Ärzte Zeitung online, 01.11.2010

Moskitoplage bedroht Pakistans Süden

GENF/ISLAMABAD (eb). Drei Monate sind vergangen, als Pakistan von einer Jahrhundertflut heimgesucht wurde. Hundertausende wurden obdachlos, Seuchen griffen um sich. Nun scheint das Risiko für Darmerkrankungen zu sinken. Dafür nehmen andere Gefahren zu.

Sorgen bereiten vor allem von Mücken übertragen Krankheiten und Mangelernährung, berichtet das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) am Montag in Genf.

Das habe sich vor allem in tiefer gelegenen und schlecht entwässerten Regionen in den Regionen Sindh und Punjab festgesetzt, sagte IKRK-Gesundheitsspezialistin Judy Owen in Lahore. Dadurch seien regelrechte Seen entstanden, die für brütende Stechmücken ideal seien.

"Wir sind mitten in der Malaria- und Dengue-Fieber-Saison", fügte sie an. Um die Flutopfer vor diesen Erkrankungen zu schützen, verteile das IKRK momentan mit Repellentien imprägnierte Moskitonetze.

Ärzte der lokalen Gesundheitsbehörde erhalten vom Roten Kreuz einen Crashkurs in der Vorbeugung von typischen Mückenstichen. In der Region Sindh werden Freiwillige vom Roten Halbmond in die Verteilung der Netze eingebunden.

"Wir haben 200 000 Moskitonetze von lokalen Herstellern gekauft. Jetzt warten wir nur noch auf die Freigabe der Behörden", sagt Katja Lorenz, die Regionalchefin des IKRK in Islamabad.

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