Ärzte Zeitung online, 12.11.2010

Fünf Jahre nach Hirnblutung ist Israels Ex-Premier Sharon wieder zu Hause

JERUSALEM (eb). Knapp fünf Jahre nach einer Massenblutung im Gehirn mit anschließendem Koma wurde Ariel Sharon, ehemaliger Premierminister von Israel, aus dem Rehabilitationszentrum Sheba Medical Center bei Tel Aviv nach Hause zurück verlegt. Auf seiner Farm wird er weiter behandelt.

Fünf Jahre nach Hirnblutung ist Israels Ex-Premier Sharon wieder zu Hause

Ariel Sharon am 21 November 2005. Etwa sechs Wochen nach dieser Aufnahme erlitt der damalige Premierminister von Israel eine massive Hirnblutung.

© dpa

Das meldet die Presseagentur Reuters. Der Direktor des Sheba Medical Center, Professor Shlomo Noy, sagte dem Radio der israelischen Armee, er hoffe, dass sich die Situation des Patienten weiter verbessere. Allerdings könne man nicht von großen, dramatischen Fortschritten ausgehen.

Seit seiner Hirnblutung im Januar 2006 liegt der inzwischen 82-jährige Sharon in einer Art Wachkoma. Er habe die Augen offen und reagiere offensichtlich auf Stimuli, etwa Fernsehen, so Reuters. In den vergangenen fünf Jahren habe er kaum an Gewicht verloren.

Sein behandelnder Arzt, Dr. Shlomo Segev, hatte im vergangenen Jahr gesagt, man habe das Gefühl, dass Sharon seine Umgebung registriere, etwa die Anwesenheit eines Menschen. Eine Kommunikation sei aber nicht möglich. Wie tief das Koma wirklich sei, könne Segev nicht sagen.

Es wird etwa 48 Stunden dauern, bis der zukünftige Aufenthaltsbereich für Sharon auf seiner Sycamore Farm in der Negev-Wüste hergerichtet ist. Eventuell müsse er anschließend noch einmal in die Klinik für ein Check-up zurück verlegt werden, sagte Noy.

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