Ärzte Zeitung online, 18.11.2010

Mehr Acrylamid in Lebkuchen und Kartoffelpuffern

BERLIN (eb). Die Belastung von Kartoffelpuffern, Lebkuchen und Getreidekaffee mit Acrylamid ist den vergangenen beiden Jahren gestiegen.

Die Belastung in Kartoffelchips, Knäckebrot, Zwieback, Spekulatius und Keksen für Säuglinge und Kleinkinder sowie Dauerbackwaren für Diabetiker sind dagegen weniger belastet, teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) am Donnerstag in Berlin mit.

Die Acrylamid-Menge wird seit 2002 jährlich für bestimmte Warengruppen von den Landesbehörden an das BVL gemeldet. Nun liegt die achte sogenannte Signalwertberechnung vor.

Die Entwicklung Werte seit 2002 verlief für die dreizehn Warengruppen laut BVL unterschiedlich. Während bei Kartoffelchips, Knäckebrot, Feinbackwaren aus Mürbeteig, Dauerbackwaren für Diabetiker, Zwieback und Keksen für Kleinkinder sowie Spekulatius der Signalwert über die Jahre schrittweise abgesenkt werden konnte, war bei den anderen sieben Warengruppen kein eindeutiger Trend erkennbar, resümiert die Behörde.

Die Ursache dafür sei unter anderem bei den großen Unterschieden in der Herstellung und Rezeptur der Produkte zu suchen. Dies zeige sich deutlich in den Warengruppen Frühstückscerealien und Kaffeeersatz. Sie umfassen laut BVL eine Vielfalt von Produkten mit sehr unterschiedlichem Acrylamidgehalt.

Acrylamid entsteht in Lebensmitteln beim der Überhitzung von Stärke. Am häufigsten tritt die Reaktion beim Frittieren und Backen auf, etwa von Pommes frites oder Kartoffelchips. Diskutiert wird ein erhöhtes Krebsrisiko durch die Zufuhr von Acrylamid, da von der Verbindung womöglich mutagene Wirkungen ausgehen.

Detaillierte Ergebnisse auf www.bvl.bund.de

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