Ärzte Zeitung, 28.11.2010

Internet: Jugendliche werden im Umgang mit eigenen Daten sensibler

Jeden Tag 138 Minuten: So viel Zeit verwenden Jugendliche aufs Internet.

Jugendliche werden im Umgang mit eigenen Daten im Netz sensibler

Soziale Communitys: Jugendliche werden beim Umgang ihrer persönlichen Daten vorsichtiger.

© dpa

MANNHEIM (dpa). Chatten, skypen, mailen: Jugendliche nutzen das Internet vor allem zur Kommunikation. Darauf entfällt fast die Hälfte (46 Prozent) ihrer Onlinezeit, heißt es in der repräsentativen Jim-Studie 2010 ("Jugend, Information, Multi-Media"), die der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest am Freitag in Mannheim vorgelegt hat.

Ein Problem ist dabei nach wie vor das "Cybermobbing": 15 Prozent der Befragten berichten, dass im Netz schon falsche oder beleidigende Angaben über sie verbreitet wurden - etwas mehr als im Vorjahr (2009: 14 Prozent). 23 Prozent (2009: 24 Prozent) haben erlebt, dass jemand "fertiggemacht" wurde.

Aber es gibt auch Positives: Nutzer der Communities achten mehr darauf, nicht zu viel von sich preiszugeben. Für 86 Prozent der 1208 Befragten im Alter von 12 bis 19 Jahren steht das Internet nach dem Musikhören auf Platz zwei bei der Mediennutzung. Fernsehen und Radio sind für je 56 Prozent von großer Bedeutung, für 38 Prozent ist es die Tageszeitung.

Bei der Nutzungsfrequenz des Internets haben die Forscher nach jahrelangem Wachstum eine Sättigung ausgemacht. 91 von 100 Nutzern (2009: 92) sind täglich oder mehrmals wöchentlich online, der Tageskonsum liegt bei 138 Minuten (2009: 134).

Neben der Kommunikation in Netzwerken, Chats oder per E-Mail entfällt fast ein Viertel (23 Prozent) der Online-Zeit auf Unterhaltung wie Musik oder Videos. Es folgen Spiele (17 Prozent) und die Suche nach Information (14 Prozent).

Topics
Schlagworte
Panorama (30667)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »