Ärzte Zeitung online, 26.11.2010

EU will Bisphenol A aus Babyfläschchen verbannen

BRÜSSEL (eb). Die Europäische Union will die umstrittene Kunststoff-Chemikalie Bisphenol A (BPA) in Babyfläschchen verbieten. Auf das Verbot ab Mitte des kommenden Jahres einigte sich am Donnerstagabend eine Mehrheit der Mitgliedsstaaten im Lebensmittelausschuss.

EU will Bisphenol A aus Babyfläschchen verbannen

Trinkfläschchen aus Kunststoff: Mit dem Inhaltsstoff BPA sind sie spätestens ab Juni 2011 in der EU verboten.

© CTK Photo / imago

"Die heutige Entscheidung ist eine gute Nachricht für europäische Eltern", sagte EU-Gesundheitskommissar John Dalli. Eltern könnten nun sicher sein, dass Babyfläschchen aus Plastik ab Mitte 2011 kein BPA mehr beinhalten.

Dalli begründete die Entscheidung mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen. "Neue Studien haben gezeigt, dass BPA auf das Immunsystem und das Krebswachstum Einfluss nehmen könnte", so Dalli.

Die EU-Staaten wollen die Produktion der Baby-Trinkfläschchen mit der Chemikalie ab März 2011 verbieten. Import und Vertrieb sollen dann vollständig ab Juni desselben Jahres verboten sein.

Bisphenol A ist hormonell wirksam. Es steht schon seit längerem in Verdacht, verschiedene Krankheiten, etwa KHK oder Diabetes, zu begünstigen. Die Chemikale wird in der Kunststoffchemie zur Herstellung von Polymerverbindungen genutzt.

Erst Mitte Oktober hatte Kanada den Stoff auf die Liste toxischer Substanzen gesetzt. Die Regierung reagierte damit auf neue Risikobewertungen. Damit soll die Verwendung von BPA in dem Land künftig strenger reglementiert werden können.

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