Ärzte Zeitung online, 08.12.2010

UN nehmen Vorwürfe zur Cholera in Haiti "sehr ernst"

NEW YORK (dpa). Die Vereinten Nationen nehmen den Verdacht, dass Blauhelmsoldaten die Cholera in Haiti eingeschleppt haben könnten, nach Worten von UN-Sprecher Martin Nesirky "sehr ernst". Nesirky sagte am Dienstag in New York, die UN-Mission in Minustah in Haiti weise entsprechende Berichte weder zurück noch stimme sie ihnen zu.

Französische Epidemiologen haben nach Medienberichten jetzt nachgewiesen, dass die Cholera, die seit sieben Wochen in Haiti wütet, von einem Erreger aus Nepal stammt. Dagegen hatten Proben, die das haitianische Gesundheitsministerium aus Latrinen und Wasserspeichern des Stützpunktes der nepalesischen UN-Soldaten auf Haiti nahm, keine Spur von Choleraerregern gefunden.

Seit Ausbruch der Krankheit sind bereits mehr als 2100 Menschen gestorben, mehr als 90 000 wurden nach Angaben des Ministeriums in Port-au-Prince infiziert. Internationale Gesundheitsexperten rechnen damit, dass sich in den kommenden zwölf Monaten bis zu 400 000 Menschen anstecken könnten.

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