Ärzte Zeitung online, 16.12.2010

Tabakpflanzen "schreien um Hilfe"

ROSTOCK (dpa). Tabakpflanzen reden miteinander: Das haben Wissenschaftler der Uni Rostock bestätigt. Mit verschiedenen Duftmustern könnten die Pflanzen mit anderen Organismen und Pflanzen kommunizieren.

Tabakpflanzen "schreien um Hilfe"

Blühende Tabakpflanze: Schreien mit Hilfe von Duftstoffen.

© dpa

Die Pflanzen seien keinesfalls still und stumm, vielmehr sei das Gegenteil der Fall. "Sie sind kommunikativ und schreien sogar um Hilfe", heißt es in einer Mitteilung der Rostocker Universität.

Die Sprache der Tabakpflanzen basiere auf Duftstoffen. Die Rostocker Wissenschaftler analysierten, welche Bausteine für die Synthese der Duftstoffe in Tabakpflanzen verantwortlich seien. "Wir wissen jetzt, wie die Natur die verschiedenen Düfte der 75 Tabakarten entstehen lässt", sagte Institutsleiterin Professor Birgit Piechulla.

Die Erkenntnisse aus Rostock könnten Züchter künftig nutzen, um bestimmte Pflanzen mit bestimmten Düften anzubauen. "Unsere Ergebnisse sind nicht nur für die Nase der Blumenfreunde interessant, sondern auch für die Landwirtschaft", ergänzte sie.

Bislang war bekannt, dass sich bestimmte Pflanzen gegenseitig mit Duftstoffen vor Fraßfeinden warnen können. Die gewarnten Pflanzen wehren dann offenbar besonders effizient Schädlinge ab.

Topics
Schlagworte
Panorama (30361)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »