Ärzte Zeitung online, 29.12.2010

"Mächtiger Bums": An Silvester wollen Männer mal wieder ganze Kerle sein

BERLIN/MÜNSTER (dpa/maw). Raketen, Chinaböller und Knallfrösche - an Silvester werden jedes Jahr tausende Feuerwerkskörper gezündet. Hier stehen vor allem Männer an vorderster Knallfront.

Im Interview mit dpa erläutert Alfred Gebert, emeritierter Professor für Psychologie und Soziologie der Fachhochschule Münster, warum viele Männer in der Silvesternacht zu lauten Böller greifen und Frauen eher bunte Fontänen bevorzugen. "Der Unterschied zwischen dem, was Männer und Frauen für Silvesterknaller ausgeben, ist nicht riesengroß".

Allerdings suchten Männer eher Sachen, die laut knallen und Krach machen, während Frauen eher Dinge wollen, die schön aussehen - zum Beispiel Fontänen oder Goldregen. Frauen seien diesbezüglich ästhetischer, "Männer wollen einen mächtigen Bums", ergänzt er. Sie wollen den Reiz des Risikos - auf die Idee käme eine Frau gar nicht.

Ist die Gelegenheit, das Risiko auszukosten also typisch Mann? Gebert: "Männer denken für den Moment: Wenn sie an Silvester draußen in der Kälte stehen und es knallt - dann halten sie den Moment aus. Männer leben im Hier und Jetzt, während Frauen eher auf Planung bedacht sind. Das sehen Sie auch daran, dass Frauen häufiger zu Vorsorgeuntersuchungen gehen und länger und gesünder leben."

Nach Einschätzung des Psychologen spielen bei dieser Rollenverteilung auch anerzogene Verhaltensmuster aus der Kindheit oder Jugend eine Rolle große Rolle. So sein Frauen durch die Erziehung immer noch höflicher und zurückhaltender, sie nähmen auch mehr Rücksicht auf andere. Das Rollenmuster schlage sich immer noch durch - selbst in der Mittelschicht.

Gebert erforscht unter anderem die Unterschiede im Alltagsverhalten von Männern und Frauen.

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