Ärzte Zeitung online, 04.01.2011

Studie: Gentest verrät Haarfarbe

HEIDELBERG/ROTTERDAM (dpa). Mit einem neuen Gentest können Ermittler mit einiger Sicherheit die Farbe des Haupthaares aus der Erbsubstanz DNA herauslesen. Das berichtete ein Team um Professor Manfred Kayser, den Leiter der Abteilung für Forensische Molekularbiologie am Medizinischen Zentrum der Erasmus Universität Rotterdam.

Die Ergebnisse zeigten, dass sich aus der DNA-Information mit einer Genauigkeit von mehr als 90 Prozent ermitteln lasse, dass eine Person rote Haare hat. Eine ähnlich hohe Genauigkeit gelte für die Aussage, dass die DNA von einem Menschen mit schwarzen Haaren stamme. Die neue Methode erlaube es zudem, ähnliche Haarfarben - wie blond und dunkelblond oder rot und rot-blond - zu unterscheiden (Human Genetics).

Die zur Analyse benötigte Erbsubstanz könne aus Blut, Sperma, Speichel oder anderen biologischen Materialien gewonnen werden, die von den Ermittlern ohnehin ausgewertet werden. Nach Angaben von Kayser war es bisher nur möglich, die seltene rote Haarfarbe aus der DNA herauszulesen.

"Für unsere Forschung nutzten wir DNA und Haarfarbeninformationen von hunderten Europäern und analysierten Gene, für die bekannt war, dass sie etwas mit der Haarfarbe zu tun haben", erklärte Kayser am Montag. Sein Team ermittelte demnach 13 aussagekräftige DNA-Abschnitte.

Kaysers Kollege Dr. Ate Kloosterman von der Abteilung für Menschliche Biologische Spuren des Niederländischen Forensischen Instituts (NFI) ergänzte: "Diese Forschungsergebnisse legen die wissenschaftlichen Grundlagen für die Entwicklung eines DNA-Tests zur Haarfarbenvorhersage." Einen geprüften und damit zuverlässigen Test solle es "in naher Zukunft" geben.

Studie "Model-based prediction of human hair color using DNA variants. Human Genetics"; DOI 10.1007/s00439-010-0939-8

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