Ärzte Zeitung online, 04.01.2011

Wer viel trinkt, braucht ausreichend Jod

BONN (eb). Menschen, die viel trinken, sollten ihre Jodversorgung im Auge behalten. Zu dieser Empfehlung kommen jetzt Wissenschaftler der Uni Bonn aus Anlass einer neuen Studie. Darin haben die Forscher festgestellt, dass reichliches Trinken zu Jodverlusten führen kann.

Bei richtiger, also reichlicher Zufuhr von Flüssigkeit ist jodreiche Ernährung nötig

Trinkgenuss ohne Reue? Bei reichlichem Wasserverzehr darf der Jodhaushalt nicht aus dem Blick geraten.

© Adam Borkowski / fotolia.com

Diese Verluste solle man durch jodreiche Kost, also etwa Seefisch oder Milchprodukte, sowie durch die Verwendung von Jodsalz ausgleichen, teilt die Universität Bonn mit. Keinesfalls solle man jedoch auf eine reichliche Flüssigkeitszufuhr - Experten empfehlen zwei Liter pro Tag - verzichten (Thyroid 2010; 20: 1391).

Die Wissenschaftler des Forschungsinstituts für Kinderernährung - einer der Uni Bonn angegliederten Einrichtung - haben untersucht, wie sich die Trinkmenge auf den Jodhaushalt auswirkt. Dazu haben sie unter anderem einer Gruppe von Testpersonen einen strikten Diätplan verpasst. So war sicher gestellt, dass die Jodzufuhr bei allen Teilnehmern identisch war. Zudem durften sie nur jodarme Getränke zu sich nehmen. Ergebnis: Je mehr die Testpersonen tranken, desto mehr Jod schieden sie über den Harn aus.

"Die Verluste sind zwar nicht groß; der durchschnittliche Jodgehalt der Getränke selbst reicht aber üblicherweise nicht, um sie auszugleichen", betont Studienleiter Professor Thomas Remer. Da Deutschland abgesehen von den Küstengebieten ohnehin Jodmangelregion sei, solle man dieses Ergebnis nicht auf die leichte Schulter nehmen. "Kinder und Erwachsene, die bewusst richtig - also reichlich - trinken, sollten daher ebenso bewusst auf eine jodreiche Ernährung achten", wird Remer in der Mitteilung zitiert.

Hierzu gehören neben Seefisch auch Milch und Milchprodukte sowie alle Lebensmittel, die gezielt mit Jodsalz hergestellt werden. Dazu zählen inzwischen auch viele Fertigprodukte wie Brot, Wurstwaren, Käse, Suppen oder Pizzen. "Wer beim Einkauf zu derartigen Produkten greift, tut nicht nur etwas für seine Schilddrüse", so Remer. "Jod ist insgesamt wichtig für einen ausgeglichenen Hormonhaushalt sowie für Wachstum und eine gesunde Entwicklung des Gehirns."

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