Ärzte Zeitung online, 20.01.2011

Flughafen Frankfurt: Bus fährt in Menschenmenge

Schwerer Unfall an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt: Ein Bus fährt in eine Gruppe von Flughafen-Mitarbeitern. Eine junge Frau stirbt an den Folgen ihrer Verletzungen. War ein Fahrfehler schuld oder ein technisches Problem?

Flughafen Frankfurt: Bus rast in Menschenmenge

Der verunglückte Bus am Flughafen Frankfurt: Fünf Verletzte und eine Tote.

© dpa

FRANKFURT/MAIN (dpa). Ein Bus ist am Frankfurter Flughafen in eine Menschengruppe gefahren und hat mehrere Lufthansa-Mitarbeiter überrollt. Eine Praktikantin erlitt dabei so schwere Verletzungen, dass sie kurz nach dem Unfall starb.

Fünf andere Beschäftigte der Fluglinie wurden verletzt, zwei von ihnen schwer. Die Ermittler gehen bislang von einem technischen Defekt oder einem Fahrfehler als Unfallursache aus.

Die drei Leichtverletzten saßen in dem Pendelbus für Flughafen-Beschäftigte, wie Polizei und Lufthansa-Cargo berichteten. Unter den Verletzten sind zwei Frauen. Der Busfahrer erlitt einen schweren Schock und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Er konnte zunächst nicht vernommen werden.

Die Mitarbeiter waren auf dem Weg zu Lufthansa-Cargo und hatten an der Bushaltestelle beim Tor 25 auf den Bus gewartet. Die Shuttle-Linie, die von dem privaten Unternehmen Frabus betrieben wird, bringt die Beschäftigten am größten deutschen Airport zu ihren Arbeitsstellen. Die Linien gehören nicht zum öffentlichen Nahverkehr.

Der Bus war gegen 8.20 Uhr aus zunächst ungeklärter Ursache offenbar ungebremst in die Gruppe gefahren. Laut Polizei war der Fahrer allerdings nicht gerast. Möglicherweise war er aber schnell unterwegs. Die Polizei machte zur Geschwindigkeit bislang keine genauen Angaben.

Einige der Wartenden kamen mit dem Schrecken davon, sie meldeten sich später als Zeugen bei der Polizei. Die genaue Identität der Verletzten stand zunächst nicht fest, das Alter der Toten wurde mit 24 bis 26 Jahren angegeben.

Die Bushaltestelle liegt in der Nähe des Airportrings, einer öffentlichen Straße, die um den Flughafen herum führt.

Für einen Anschlag oder eine Amokfahrt gab es keine Anzeichen. Ein Schwächeanfall des Fahrers sei auch unwahrscheinlich, sagte Polizei-Sprecher André Sturmeit.

Der Vorstand von Lufthansa-Cargo sprach den Angehörigen der Toten sein Beileid aus. "Wir sind alle zutiefst betroffen", sagte ein Unternehmenssprecher.

Der Busbetreiber, die Arbeitsgemeinschaft Personalbuslinien Flughafen Frankfurt am Main GmbH (FRABUS), wollte sich zu dem Unfall zunächst nicht äußern.

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