Ärzte Zeitung online, 11.02.2011

Tierarzt überfallen - gefährliche Arzneien erbeutet

Mit einer Pistole bewaffnet begibt er sich in eine Hamburger Tierarztpraxis und verlangt die Herausgabe von potenziell letalen Arzneien - er wolle damit "einen Menschen einschläfern". Nun fahndet die Polizei Hamburg nach ihm - und warnt die Bevölkerung.

Tierarzt überfallen - gefährliche Arzneien erbeutet

Fahndung in Hamburg: Maskiert und bewaffnet hat ein Räuber zwei gefährliche Arzneien bei einem Tierarzt erbeutet.

© ZweiKameraden / imago

HAMBURG (eb). In Hamburg hat ein bewaffneter Täter am Donnerstag eine Tierarztpraxis überfallen und zwei Medikamente erbeutet, die für das Einschläfern von Tieren verwendet werden.

Der Mann sei bisher auf der Flucht und nicht näher bekannt, teilte die Polizei am Freitag mit. Derzeit liefen die weiteren Ermittlungen.

Nach ersten Erkenntnissen soll der maskierte Täter die Tierarztpraxis am späten Nachmittag betreten haben. Zunächst habe er der Arzthelferin einen Zettel mit den gewünschten Arzneien und einige Geldscheine gegeben, hieß es.

Kurz darauf habe er die Pistole gezogen und die Herausgabe der Medikamente gefordert. Schließlich habe er sich mit seiner Forderung an den Arzt gewandt und gesagt, er wolle einen Menschen einschläfern.

Schließlich übergab ihm das Praxisteam drei Ampullen Thiopental in Pulverform und eine halb gefüllte 25-Milliliter-Flasche mit dem "T 61".

Das Kombipräparat enthält das starke Narkotikum Embutramid, Mebezonium und Tetracain. Es ist ausschließlich zugelassen zur Einschläferung von Tieren.

Die Polizei wandte sich mit der Warnung an die Bevölkerung: "Die geraubten Medikamente sind gefährlich und können tödlich wirken."

Die Polizei in Hamburg hat eine Täterbeschreibung veröffentlicht und bitte um Hinweise aus der Bevölkerung.

Demnach soll der Täter zwischen 25 und 35 Jahren als und zwischen 1,70 und 1,75 Meter groß sein. Die Figur wird als schlank und westeuropäisch beschrieben, mit dunklen, etwas längeren Haaren.

Zum Tatzeitpunkt trug er einen langen, dunklen Mantel sowie einen weißen Mundschutz aus Papier. Bei sich hatte er einen grünen Armee-Rucksack und eine schwarze Pistole.

Hinweise nimmt das Landeskriminalamt Hamburg telefonisch entgegen unter 040 / 42 86 - 56.789

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