Ärzte Zeitung online, 16.02.2011

USA: Exil-Ägypter schicken medizinische Hilfe in die Heimat

Der ägyptische Staatspräsident Husni Mubarak ist gestürzt, doch in dem Land gehen die Proteste weiter. Dabei kam es am Dienstag zu blutigen Auseinandersetzungen. Amerikanischer Exil-Ägypter wollen nun Ärzte und medizinische Unterstützung schicken.

Ägypter in den USA schicken medizinische Hilfe in die Heimat

Ägyptische Polizisten während einer Demonstration am Montag: Noch immer gibt es bei Zusammenstößen Verletzte und Tote.

© dpa

KAIRO (eb). Ägypter in den USA wollen sich am Neuanfang in ihrer Heimat beteiligen. Die US-Allianz ägyptischer Amerikaner (AEA) hat jetzt angekündigt, Ärzte und medinische Hilfe in das Land am Nil zu schicken.

Ärzte in ihrer Organisation stünden bereit, sich an der medizinischen Hilfe im Land zu beteiligen, hieß es in einer Mitteilung.

Die Kosten für Flüge, Unterbringung und die notwendige medizinische Ausstattung will die AEA nach eigenem Bekunden für die Helfer übernehmen.

Die Organisation hofft allerdings auf Unterstützung aus Ägypten. Man sei dankbar über jeden Hinweis, wo medizinische Hilfe dringend benötigt werde, sagte AEA-Sprecher Sabri al-Baga der ägyptischen Tageszeitung "al-Masry al-Youm".

Während der Proteste, die am 25. Januar begannen, kam es immer wieder zu Verletzten und Toten. Den Höhepunkt bildeten schwere Zusammenstöße von Demonstranten mit Regimeanhängern am 2. Februar. Damals wurden nach Berichten hunderte Menschen verletzt und dutzende getötet.

An den Protesten beteiligten sich regelmäßig auch Ärzte, die sich als freiwillige Helfer um Verletzte kümmerten. In der Nähe der Demonstrationsorte, wie etwa am Kairoer Tahrir-Platz, wurden mobile Kliniken und Notlazarette eingerichtet.

Doch auch nach dem 18-tägigen Protest, der am 11. Februar mit dem Sturz von Staatspräsident Mubarak vorläufig endete, gehen die Demonstrationen weiter. So gingen jüngst Polizisten auf die Straße und forderten Gehaltserhöhungen.

In einzelnen Regionen kam es außerdem zu blutigen Zusammenstößen nach kleineren Demonstrationszügen. In der Stadt al-Scharga, rund 400 Kilometer südlich von Kairo, war am Dienstag ein zunächst friedlicher Protest in Gewalt umgeschlagen.

Dabei kamen nach Medienberichten drei Menschen ums Leben, nachdem die Polizei auf die Menge schoss. Hunderte seien verletzt wurden.

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