Ärzte Zeitung online, 21.03.2011

Fukushima-Betreiber Tepco zahlt womöglich Entschädigung für Bauern

TOKIO (dpa). Der Betreiber des stark beschädigten Kernkraftwerks Fukushima Eins will womöglich eine Entschädigung an Bauern in der Region zahlen. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Montagabend (Ortszeit) berichtete, habe Tepco das angedeutet.

Für vier Präfekturen hat die Regierung ein Lieferverbot für Milch und mehrere Gemüsesorten verhängt. In der Gegend um das havarierte Atomkraftwerk wurden unter anderem verstrahlte Milch und verstrahlter Spinat gefunden. Das Lieferverbot gilt für die Regionen Fukushima, Ibaraki, Tochigi and Gunma.

Bei Hitachi 100 Kilometer südlich des AKW Fukushima wies Spinat zum Beispiel einen Jod-131-Wert von 54.000 Becquerel und einen Cäsium-Wert von 1931 Becquerel je Kilogramm auf. Die Grenzwerte liegen in Japan bei 2000 Becquerel für Jod und bei 500 Becquerel für Cäsium. Auch bei Milch aus der Umgebung von Fukushima wurde eine überhöhte Strahlenbelastung festgestellt.

Der Norden der Präfektur Fukushima ist eine der wichtigsten Anbauregionen für Reis, Obst und Gemüse und wird auch für Milchwirtschaft genutzt. An dem mehr als 150 Kilometer langen Küstenstreifen wird intensiv gefischt. Landwirtschaft ist nach Angaben auf der Website der Lokalregierung der wichtigste Wirtschaftszweig in der Provinz.

Spuren von radioaktivem Jod wurden laut Kyodo mittlerweile in dem Trinkwasser von neun Präfekturen gemessen, unter ihnen Tokio. Cäsium wurde in zwei weiteren festgestellt. Die Grenzwerte der Kommission für atomare Sicherheit seien aber bei allen diesen Proben unterschritten worden.

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