Ärzte Zeitung online, 25.03.2011

Radioaktive Partikel wohl in Körper der AKW-Arbeiter eingedrungen

Radioaktive Partikel wohl in Körper der AKW-Arbeiter eingedrungen

TOKIO (dpa). Radioaktive Partikel sind vermutlich in die Körper der beiden verletzten Arbeiter vom Kraftwerk Fukushima gelangt. Die Männer zeigten aber keine Frühsymptome von Strahlenkrankheit und benötigten deshalb keine weitere Behandlung.

Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am 25. März unter Berufung auf das nationale Institut für Strahlenforschung. Die Männer könnten ohne fremde Hilfe gehen und könnten wahrscheinlich am Montag entlassen werden.

Die beiden Arbeiter waren am 24. März bei Arbeiten am Krisen-AKW Fukushima in stark radioaktiv belastetes Wasser getreten und kamen mit Verbrennungen in eine Spezialklinik. Die Ganzkörperstrahlung, der die Männer ausgesetzt waren, soll bei 173 bis 180 Millisievert (mSv) gelegen haben.

Unterhalb der Knöchel soll die Strahlung aber bei 2 bis 6 Sievert gelegen haben, berichtete das behandelnde Strahlenforschungsinstitut. Diese extreme Dosis war nur lokal begrenzt und betraf nicht den ganzen Körper, berichtete Kyodo.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) nennt als Folgen eines Strahlenunfalls (Ganzkörperbestrahlung) für einen Dosisbereich von 1 bis 6 Sv unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Haarausfall als Symptome. Bei 5 bis 20 Sv Ganzkörperstrahlung können etwa Schock und Blutungen auftreten - nur im unteren Dosisbereich ist laut BfS ein Überleben möglich. Bei mehr als 20 Sv tritt der Tod demnach innerhalb von zwei Tagen ein.

Zum Special "Katastrophe in Japan"

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[26.03.2011, 11:32:11]
Dr. Joachim Malinowski 
So ist das! Jeder vom Fach weiß das schon lange...
Folge einer Bestrahlung ist je nach Strahlendosis ein langsamer bis ein schneller Tod.
Dazu gibt es genügend Daten aus z.B. Tierexperimenten.

Die o.g. Dosen sind einfach irrwitzig hoch, da kann es nicht beim z.B. "nur" Krebs der Schilddrüse bleiben. Jeder kennt die Folgen einer intensiven Sonnenbestrahlung und weiß, wie schmerzhaft das ist bis hin zum Verlust der Haut.

Und selbstverständlich gelangt die ganze Radioaktivität direkt und indirekt durch das verseuchte Kühlwasser in die Umwelt, zunäachst in dioe Luft, auch ins Meer, dann in die Nahrungskette. Wo sonst soll sie denn hin?!

Endverbraucher ist in jedem Fall der Mensch, denn wir Menschen essen Tiere, nicht umgekehrt. Insofern wird es bei uns und unseren Kindern die höchste Anreicherung der Radionuklide geben.

Und dagegen gibt es bisher kein Verfahren, um das zu verhindern.

Also ist es nur eine Frage der Zeit, wann auch bei uns die Folgeschäden dieser Katastrophe auftauchen.

Was sind da schon ein paar Jahre im Leben der verschiedenen Radionuklide mit Halbwertszeiten bis zu einigen -zig Tausend Jahren, mal abgesehen von der chemischen Toxizität oder der Kanzerogenität auch nur eines Moleküls oder Atoms!

Dies sollte das letzte AKW-Unglück auf Erden sein, nicht nur statistisch gesehen (wie uns ja immer wieder weis gemacht wird), sondern überhaupt. Und das geht nur durch die Abschaffung dieser im Grunde genommenen lebensgefährlichen und (wie wir gerade wieder erleben "dürfen") unbeherrschbaren Technologie.

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