Ärzte Zeitung online, 29.03.2011

Arzt aus Ägypten zu 500 Peitschenhieben verurteilt

RIAD (dpa). Allein mit einer Frau in einem Zimmer - dafür ist ein ägyptischer Arzt in Saudi-Arabien zu 500 Peitschenhieben und fünf Jahren Haft verurteilt worden.

Der Urologe war im vergangenen Jahr in der Ortschaft al-Aflak, 300 Kilometer südwestlich von Riad, von der Religionspolizei allein mit der Frau angetroffen und umgehend festgenommen worden. Wann der Arzt ausgepeitscht werden soll, war zunächst nicht bekannt.

Das Urteil vom Montag ist rechtskräftig, berichtete die Zeitung "Sabq" am Dienstag. In Saudi-Arabien ist eine besonders puritanische Auslegung des Islams Staatsreligion und Grundlage des Rechtswesens.

So ist es nicht gestattet, dass sich ein Mann und eine Frau im selben Raum aufhalten, wenn sie nicht verheiratet oder blutsverwandt sind. Für die Durchsetzung dieser Gesetze sorgt die Religionspolizei.

Topics
Schlagworte
Panorama (30661)
Recht (12041)
[03.04.2011, 13:32:28]
Dr. Fritz Gorzny 
Wahabiten sind Extrem-Islamisten
Nach mehreren Reisen in Länder des Islam, konnte ich erfahren, daß nirgendwo anders als in Saúdi Arabien eine derart extreme Fehlauslegung des Islam besteht.Inzwischen wehrt sich auch die Bevölkerung dieses Landes gegen die Erzkonservativen und wird sie hoffentlich bald auch in einen vernünftigen Staat wandeln. Wir sollten uns vor Verallgemeinerungen hüten. Die spielen nur den Extremisten in die Hände. zum Beitrag »
[31.03.2011, 07:35:32]
Wolfgang Ebinger 
Heute Saudi-Arabien - morgen Deutschland?
Allen islam-liberalen Gutmenschen sollten solche Meldungen eigentlich zu Denken geben. Tun sie leider nicht. Die Zukunft ist für Deutschland bereits absehbar.
Vielleicht sollte man "Biedermann und die Brandstifter" von Max Frisch einmal unter diesem Aspekt in den Schulen lesen.
Im übrigen wäre es cleverer, sich mit Kritik an fremden Rechtssystemen zurückzuhalten, selbst, wenn man anderer Meinung ist. Immerhin sind die Menschen dort sehr stolz auf ihre Rechtsordnung und auch diesem Arzt muss zunächst unterstellt werden, dass er damit wohlvertraut war und die Konsequenzen seines Handelns kannte.
Wozu also über so eine Pressemeldung aufregen?
Damit diese Rechtsauffassung allerdings nicht hier Fuß fassen kann, dagegen könnten wir alle etwas tun - auch die zahlreichen politischen islamfreundlichen "Biedermänner" unter uns - vorausgesetzt, wir wollen es wahrhaben, was die Stunde geschlagen hat. zum Beitrag »
[30.03.2011, 12:02:59]
Dr. Joachim Malinowski 
Saudi-Arabien, kein Reiseland für mich....
In was für einer Welt leben wir eigentlich? Haben wir nicht schon genug ernste Probleme mit Seuchen, Krankheiten, Armut, Haß und Totschlag zu tun?

Nun wird auch noch ein Arzt zu 500 Peitschenhieben verurteilt, die ihn vermutlich töten werden, nur weil er mit einer Frau gemeinsam im Zimmer war. Was für Irrsinn!

Das kann man keinem "Außerirdischen" erzählen oder klarmachen.

Dieser Planet scheint zunehmend in einen Ort des Wahnsinns zu verfallen. Wenn wir so weiter machen, wird die prophezeite Apokalypse für Dezember 2012 doch noch wahr, und zwar selbstgemacht.

Muss ich nun aufgrund meiner Meinungsäusserung auch um mein Leben fürchten?

 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »