Ärzte Zeitung online, 11.04.2011

Unfallchirurgen loben Versorgung nach Massencrash auf A19

ROSTOCK (ths). Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) hat sich zufrieden damit gezeigt, wie schnell die schwerverletzten Opfer der Massenkarambolage auf der A19 bei Rostock versorgt wurden.

Unfallchirurgen loben Versorgung nach Massencrash auf A19

Krankenwagen und Rettungshubschrauber waren schnell zur Stelle und brachten die acht schwerverletzten Unfallopfer in die Kliniken.

© dpa

An dem schweren Autobahnunfall am Samstagnachmittag waren nach Angaben der Landespolizei 80 Fahrzeuge mit rund 130 Insassen beteiligt. Ein Sandsturm hatte die Sicht der Fahrer behindert. Es gab acht Tote und 44 Verletzte, die schnellstmöglich medizinisch behandelt werden mussten.

Durch eine abgestimmte Koordination haben alle Verletzten innerhalb von zwei Stunden bestmöglich versorgt werden können, sagte Professor Hartmut Siebert, DGU-Generalsekretär.

Dies wertet das Traumanetzwerk Mecklenburg-Vorpommern, ein Zusammenschluss von 17 unfallchirurgischen Kliniken, auch als Erfolg der eigenen Arbeit. Schließlich galt es, unter enormem Zeitdruck eine optimale Vernetzung zwischen den Rettungsdiensten, Leitstellen und Kliniken zu ermöglichen.

Jede Sekunde zählt

"Bei der Versorgung Schwerstverletzter zählt jede Sekunde. Dabei bedeutet eine falsche Klinikzuweisung immer einen unnötigen und möglichst zu vermeidenden Zeitverlust", sagte Professor Thomas Mittlmeier, Leiter der Unfallchirurgischen Uniklinik Rostock und Leiter des Traumanetzwerks Mecklenburg-Vorpommern.

"Durch die bereits am Unfallort gut abgestimmte Kommunikation mit den Rettungsdiensten und die optimale Verteilung der Unfallopfer auf die am Traumanetzwerk Mecklenburg-Vorpommern beteiligten unfallchirurgischen Kliniken konnten wir eine leistungsstarke Versorgung sicherstellen."

Vier Patienten auf Intensivstation

Acht schwerverletzte Menschen wurden nach Angaben der DGU auf die regionalen Traumazentren Güstrow und Klinikum Rostock Süd sowie das überregionale Traumazentrum Uniklinik Rostock verteilt. Am Montag befanden sich noch vier Patienten in Intensivbehandlung, ingesamt waren noch 16 Unfallopfer in den Kliniken.

An der Rettungs- und Bergungsaktion waren laut Polizei mehrere Hundert Einsatzkräfte, darunter 150 Polizisten und Feuerwehrleute, sowie 60 Rettungsfahrzeuge beteiligt.

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