Ärzte Zeitung online, 11.04.2011

Gbagbo in Haft: Machtkampf in der Elfenbeinküste beendet

Der blutige Machtkampf in der Elfenbeinküste ist vorbei: Der abgewählte Präsident Gbagbo wurde fünf Monate nach der Präsidentenwahl verhaftet.

Gbagbo in Haft: Machtkampf in der Elfenbeinküste beendet

Seine Zeit in der Elfenbeinküste ist vorbei: Der abgewälte Präsident Laurent Gbagbo ist verhaftet worden.

© dpa

ABIDJAN/PARIS (dpa). Nach monatelangem Widerstand ist der abgewählte Präsident Laurent Gbagbo am Montag in seiner Residenz festgenommen worden. Das bestätigte Patrick Achi, der Sprecher des international anerkannten Wahlsiegers Alassane Ouattara.

"Er ist mit seiner Familie und einigen Kollaborateuren hier", sagte Achi aus dem Golf Hotel in Abidjan, wo Ouattara sein Hauptquartier hat. Die französischen Streitkräfte bestritten, an der Überwältigung Ouattaras beteiligt gewesen zu sein.

Menschen jubeln auf der Straße

"Zu keinem Augenblick sind die französischen Soldaten in den Park oder die Residenz des Präsidenten eingedrungen", hieß es. Angeblich hatten Ouattaras Republikanische Truppen (FRCI) Gbagbo in seiner seit fast einer Woche belagerten Residenz festgenommen.

Nachdem der Militäreinsatz beendet wurde, brach in Abidjan Freudentaumel aus. Viele Menschen, die sich aus Angst vor den Kämpfen seit Tagen in ihren Wohnungen verbarrikadiert hatten, eilten jubelnd auf die Straße. Die Bevölkerung der Millionenmetropole hatte zunehmend unter Gewalt und Versorgungsengpässen gelitten.

Französische Soldaten im Einsatz

Bereits in der Nacht zum Montag waren französische Soldaten zusammen mit UN-Soldaten und mit gepanzerten Fahrzeugen in Richtung der Residenz Gbagbos vorgestoßen. Dort hatte sich Gbagbo mit schwer bewaffneten Milizen verschanzt.

Auch in anderen Stadtteilen der Hafenstadt Abidjan war französisches Militär auf dem Vormarsch, um Gbagbos Kämpfer aufzuhalten, die am Wochenende neue Gebiete zurückerobert hatten.

Frankreich hat zurzeit etwa 1650 Soldaten in dem westafrikanischen Krisenstaat.

Kampfhubschrauber der UN und der französischen Truppen hatten bereits am Sonntagabend Gbagbos Residenz beschossen. Die Angriffe seien eine Reaktion auf die Attacken gegen das UN-Hauptquartier vom Vortag, sagte ein Sprecher der UNOCI-Mission.

Ouattara war im November vergangenen Jahres als Sieger aus der Stichwahl um die Präsidentschaft des westafrikanischen Landes hervorgegangen. Gbagbo weigerte sich seitdem, seinen Platz zu räumen.

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