Ärzte Zeitung online, 22.04.2011

Berliner Arzt von eigenem Patient niedergestochen

Er wollte nur seine Tochter vom Ballettunterricht abholen, doch dann kommt für einen Berliner Unfallchirurgen alles anders: Einer seiner Patienten taucht vor ihm auf und sticht auf ihn ein. Der Arzt wurde lebensgefährlich verletzt, der Täter gefasst.

BERLIN (eb). Ein Berliner Arzt ist am Donnerstagmittag vor den Augen seiner Tochter niedergestochen worden. Der 48-jährige Unfallchirurg sei durch mehrere Stiche, unter anderem in den Hals, lebensgefährlich verletzt worden, teilte die Polizei mit. Er sei in einem Krankenhaus notoperiert worden.

Die Tat spielte sich in einem Gesundheitszentrum im Berliner Stadtteil Kreuzberg ab. In einem Nebenhaus ist den Angaben zufolge eine Ballettschule, von der der Arzt seine Tochter abgeholt hatte.

Dort soll er kurz darauf auf den 49-jährigen Täter getroffen sein. Nach Informationen von Lokalmedien sei der Mann auf den Chirurgen zugestürmt und habe mehrmals auf ihn eingestochen.

Der Angreifer sei anschließend geflüchtet. Die bereits eingetroffenen Polizisten haben ihn aber noch im Flur des Gebäudes stellen können. Kollegen aus dem Ärztezentrum sollen unterdessen den verletzten Arzt versorgt haben.

Nach ersten Erkenntnissen soll der Täter ein ehemaliger Patient des Chirurgen gewesen sein. Offenbar war er mit einer früheren Behandlung unzufrieden gewesen sein. Zudem soll er den Arzt beschuldigt haben, für seine Drogenabhängigkeit verantwortlich zu sein.

Eine Mordkommission beim Landeskriminalamt ermittelt, um auch die Ursache vorausgehender Streitigkeiten festzustellen, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte.

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