Ärzte Zeitung online, 09.05.2011

Sex in der Kirche: Polizist aus Bayern verliert Job

MÜNCHEN (dpa). Ein Polizist aus Bayern ist wegen eines Sex-Abenteuers in einer Kirche sowie Unterschlagung einer Schreckschusswaffe aus dem Dienst entfernt worden.

Sein Verhalten habe das Ansehen der Polizei hochgradig geschädigt, entschied das Verwaltungsgericht München am Montag. Das Vertrauensverhältnis zur Öffentlichkeit und zum Dienstherrn sei zerstört.

Der Beamte kam nicht zu der Verhandlung und ließ sich auch nicht durch einen Anwalt vertreten. Gegen das Urteil kann er Berufung einlegen.

Der 28-Jährige hatte an Silvester 2009 mit einem amourösen Abenteuer während eines Gottesdienstes in der Pfarrkirche von Rennertshofen für Schlagzeilen gesorgt.

Ausgerechnet während des Rosenkranzgebetes vergnügte er sich mit seiner Freundin unüberhörbar auf der Empore der barocken Kirche. Die Haushälterin des Pfarrers ging schließlich auf die Empore und erwischte das Paar in flagranti.

Die Grenze der eigenen Intimität überschritten

Zwar gehöre die Sexualität in den Bereich des Privaten, hier jedoch habe der Mann die Grenzen der eigenen Intimsphäre überschritten, hieß es in dem Bericht des Gerichts.

Das Gericht begründete seine Entscheidung allerdings im Wesentlichen mit der Unterschlagung der Schreckschusswaffe. Der Polizist hatte sie zusammen mit 20 Schuss Munition von einer Frau entgegengenommen, die sie im Rahmen der Waffenamnestie im Dezember 2009 abgegeben hatte.

Der Beamte habe den Vorgang aber nicht ordnungsgemäß aufgenommen. Die später auf Anweisung seiner Vorgesetzten angelegte Akte löschte er wieder und überschrieb sie mit einem Verkehrsunfall. Die Waffe nahm er einfach mit nach Hause.

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