Ärzte Zeitung online, 10.06.2011

20-Jährige offenbar wie Sklavin gehalten

Eine 20-Jährige ist nach eigenen Angaben im Dorf Haßmersheim im Neckar-Odenwald-Kreis ein Jahr lang wie eine Sklavin gefangen gehalten worden. Sie gab an, misshandelt, bedroht und sexuell genötigt worden zu sein. Vor kurzem konnte die Frau entkommen. Die Polizei ermittelt nun gegen die dreiköpfige Familie wegen Geiselnahme.

20-Jährige offenbar wie Sklavin gehalten

In diesem Haus in Haßmersheim soll die 20 Jahre alte Frau ein Jahr lang wie eine Sklavin gehalten worden sein.

© dpa

HAßMERSHEIM (dpa). Ein Ehepaar und sein Sohn sollen in dem 4800-Seelen-Ort Haßmersheim im Neckar-Odenwald-Kreis eine 20 Jahre alte Frau ein Jahr lang gefangen gehalten, misshandelt und gedemütigt haben.

Ein Mal soll der Familienvater die 20-Jährige auch sexuell genötigt haben. Das behauptet das Opfer.

Flucht durch das Fenster des Hauses geglückt

Ein Sondereinsatzkommando nahm die Familie im nordbadischen Haßmersheim fest. Gegen die drei wurde Haftbefehl erlassen.

Die Spezialeinheit sei aus Sicherheitsgründen eingeschaltet worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Man habe den Familienvater aufgrund der Tat als gewalttätig eingeschätzt und Hinweise gehabt, dass er eine Waffe besitze.

Zum Alter der Beschuldigten machte die Behörde aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine Angaben.

Der 20-Jährigen war am Wochenende die Flucht durch ein offenes Fenster im Haus der Familie gelungen. Sie hatte sich danach der Polizei anvertraut.

Frau sei eine Bekannte des Sohnes

Laut Staatsanwaltschaft soll das Paar die Vorwürfe bestreiten. Der Sohn habe jedoch einzelne Vorwürfe und auch Gewalt gegen die Frau eingeräumt.

Die 20-Jährige, die aus Würzburg stamme, sei eine Bekannte des Sohnes. Ersten Erkenntnissen zufolge sei sie freiwillig zu der Familie gezogen, sagte der Mosbacher Oberstaatsanwalt Franz-Josef Heering der Nachrichtenagentur dpa.

Nach Aussage des Bürgermeisters der Gemeinde, Marcus Dietrich, war die Familie erst vor drei Monaten in das Dorf gezogen.

Die Staatsanwaltschaft gab an, bei dem Umzug habe die Frau bereits in der Familie gelebt.

"Ich bin bestürzt, dass sowas in unserer Gemeinde möglich ist", sagte Dietrich der dpa. "Man denkt nicht, dass das im Dorf passiert, dass jemand über Monate gefangen gehalten wird und fliehen muss."

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