Ärzte Zeitung online, 24.06.2011

Uniklinik Aachen: Entwarnung nach angeblicher Geiselnahme

Nach der angeblichen Geiselnahme im Aachener Klinikum fahndet die Polizei weiter nach einem etwa 45 bis 50 Jahre alten Mann. Es würden dringend Zeugen gesucht, teilte die Polizei Aachen am Samstag mit. Der Mann hatte am Freitag eine Geiselnahme erfunden und versucht, Bargeld zu erpressen. Daraufhin kam es zu einem Großeinsatz im Klinikum.

Geiselnahme im Aachener Klinikum

Polizisten am Freitag vor dem Uniklinikum Aachen.

© dpa

AACHEN (dpa/eb). Eine Aachener Polizeisprecherin sagte, der mutmaßliche Täter habe einen Zettel bei der Finanzverwaltung des Klinikums hinterlegt. Darin habe er behauptet, eine Geisel in seiner Gewalt zu haben.

Der Mann forderte Geld und drohte, einen Sprengsatz zu zünden. Ob dies der Wahrheit entspreche, sei bislang aber noch unklar. Nach Angaben der Sprecherin ist auch nicht sicher, ob sich der Mann noch im Klinikum aufhält.

Zeugen sollen den Mann beim Betreten des Klinikums gesehen haben. Einer Beschreibung zufolge sei er etwa 1,70 Meter groß und hat eine Glatze.

Peter Asché, der kaufmännischer Direktor der Klinik, sagte der Nachrichtenagentur dpa, die Patienten seien über den gesamten Zeitraum hinweg normal versorgt worden. Eine Evakuierung oder auch nur Teilevakuierung des Klinikums habe es zu keinem Zeitpunkt gegeben.

Nur die Zufahrtsstraße wurde von der Polizei abgeriegelt, allerdings konnten Besucher das Gebäude jederzeit verlassen, wie die Polizei bestätigte.

Mehrere Lokalmedien hatten berichtet, der Mann solle ein Kleinkind in seine Gewalt gebracht und damit gedroht haben, einen Sprengsatz zu zünden.

Nach Angaben des Kölner "Express" soll der Mann gedroht haben: "Sonst geht ein Sprengsatz hoch!" Er habe zudem ein Ultimatum bis 17 Uhr gestellt haben.

Die Kölner Polizei ging von einer "Großlage" aus und entsandte Spezialeinsatzkräfte zum Aachener Klinikum, einem der größten Krankenhauskomplexe Deutschlands an der niederländischen Grenze.

Die Polizei sperrte das Klinikum ab und durchsuchte den riesigen Bau. Auch ein Hubschrauber wurde eingesetzt. Außerdem überprüfte die Polizei, ob im Regierungsbezirk Köln und im unmittelbar benachbarten Ausland jemand vermisst wurde. Das ergab aber nichts.

Das 1985 eröffnete Aachener Klinikum ist eine der größten medizinischen Einrichtungen Europas. Der riesige Gebäudekomplex verfügt über 6600 Räume. Pro Jahr werden dort rund 48.000 Patienten stationär und etwa 111.000 Patienten ambulant behandelt. Die gesamte medizinische Fakultät der RWTH Aachen ist in dem Komplex untergebracht.

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