Ärzte Zeitung online, 26.06.2011

Perfekter Start der deutschen Fußball-Frauen mit Sieg gegen Kanada

BERLIN (dpa). Die deutschen Fußball-Frauen sind mit einem Sieg in die Heim-Weltmeisterschaft gestartet. Der zweimalige Titelträger gewann am Sonntagabend vor 73.680 Zuschauern im ausverkauften Berliner Olympiastadion mit 2:1 (2:0) gegen Kanada und setzte sich damit an die Tabellenspitze der Gruppe A.

Perfekter Start der deutschen Fußball-Frauen mit Sieg gegen Kanada

Riesenfreude: Die deutschen Fußball-Frauen feieren ihren Sieg gegen Kanada.

© dpa

Kerstin Garefrekes (10. Minute) und Celia Okoyino da Mbabi (42.) sorgten am Sonntag vor der europäischen Rekordkulisse von 73 680 Zuschauern im Berliner Olympiastadion für die Treffer des zweifachen Champions, der sich an die Spitze der Gruppe A setzte.

Mit einem Freistoßtor verkürzte Christine Sinclair (82.) für Kanada und fügte der DFB-Elf damit das erste WM-Gegentor seit 679 Minuten zu. Danach wäre es fast noch einmal eng geworden. Im zweiten Vorrundenspiel treffen die deutschen Fußball-Frauen am Donnerstag (20.45 Uhr) in Frankfurt auf Afrika-Meister Nigeria, der zum Turnierstart in Sinsheim mit 0:1 gegen Frankreich verlor.

Bundestrainerin nicht ganz zufrieden

"In der 2. Halbzeit haben wir vergessen, das Tor zu machen. Dann wird es halt noch einmal gefährlich, wenn kurz vor Schluss das 2:1 fällt", bilanzierte Bundestrainerin Silvia Neid, die nicht rundum zufrieden wirkte. Allen voran Garefrekes "sündigte" bei den Torchancen.

"Wir haben irgendwie ein bisschen geschlafen und die Kanadier unterschätzt. Glücklicherweise haben wir noch 2:1 gewonnen. Wir sind glücklich", sagte die eingewechselte Alexandra Popp.

"Der Auftakt in ein großes Turnier ist bekanntlich nicht immer leicht und deshalb bin ich sehr froh, dass unserer Mannschaft ein solch guter Start in die WM gelungen ist", betonte DFB-Präsident Theo Zwanziger.

Vor einem erwartungsvollen Publikum, darunter Bundespräsident Christian Wulff und Kanzlerin Angela Merkel, bot das DFB-Team gegen den Weltranglisten-Sechsten eine überzeugende Vorstellung, verpasste aber einen höheren Erfolg.

"Der Sieg der deutschen Mannschaft ist das i-Tüpfelchen auf diesen Tag. Ich bin ganz sicher, dass sich nun der Funke der Begeisterung in allen Stadien entzündet und über die Spielorte ins ganze Land getragen wird", freute sich OK-Chefin Steffi Jones.

Pluspunkte sammelte zum Turnierstart vor allem Okoyino da Mbabi, die sich einen Tag vor ihrem 23. Geburtstag mit ihrem ersten DFB-Treffer ein vorzeitiges Geschenk bereitete. Mit ihrer Schnelligkeit in der Spitze übertraf sie Rekord-Nationalspielerin Birgit Prinz deutlich an Wirkung.

In ihrem 23. WM-Spiel, womit sie Bettina Wiegmann als deutsche Nummer 1 ablöste, wirkte die in diesem Jahr im DFB-Trikot noch torlose Frankfurterin glücklos. Nach 56 Minuten machte Prinz Platz für Jungstar Popp.

Aufstellung war eine Überraschung

Mit ihrer Aufstellung hatte Trainerin Neid für eine Überraschung gesorgt. Die 47-Jährige ließ Sturmführerin Inka Grings zunächst auf der Bank und bot dafür Okoyino da Mbabi auf. Die 22-Jährige wechselte sich mit der elf Jahre älteren Prinz in der Spitze ab. Melanie Behringer rückte in der Startelf auf die linke Seite.

Die deutsche Elf startete ohne Bammel vor der großen Kulisse und spielte von Beginn an schwungvoll nach vorne, die erste Chance bot sich aber den Gästen. In der 6. Minute lief Torjägerin Sinclair nach Simone Laudehrs Fehler allein auf das deutsche Tor zu, zielte aber zu hoch.

Doch schon kurz darauf schwappte nach dem 1:0 durch Garefrekes erstmals die "La Ola"-Welle durchs weite Rund. Nach Babett Peters Flanke war die Frankfurterin per Kopf zu ihrem 42. Länderspiel-Treffer erfolgreich. Sekunden zuvor hatte Kanadas Torfrau Erin McLeod gegen Garefrekes noch einen Rückstand verhindert können.

Die Kanadierinnen steckten auch nach dem Rückstand nicht auf

Doch die offensiv eingestellten Kanadierinnen zeigten sich wenig beeindruckt und spielten weiter mutig nach vorne. Die deutsche Abwehr wurde nach mühelosen Testspiel-Siegen erstmals richtig gefordert und wirkte dabei nicht immer ganz sattelfest. In der 29. Minute verpasste Diana Matheson mit einem Distanzschuss den möglichen Ausgleich.

In der Schlussphase der ersten Halbzeit zogen die Gastgeberinnen die Zügel aber noch einmal an. Drei Minuten vor der Pause zog Okoyino da Mbabi kurz hinter der Mittellinie mit dem Ball los und vollstreckte eiskalt zum vorentscheidenden 2:0.

Nach dem Seitenwechsel stand das Geschehen ganz im Zeichen der DFB-Elf, die allerdings geradezu verschwenderisch mit ihren Torchancen umging. In der 57. Minute zögerte Garefrekes zu lange, neun Minuten später jagte sie ein Zuspiel von Popp über das leere Tor. Pech hatte Laudehr (77.) mit einem Lattenschuss.

Zum Special zur Frauen-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland

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