Ärzte Zeitung online, 04.07.2011

Nordkorea: EU stellt Hilfen gegen Hungernot bereit

BRÜSSEL (dpa). Im Kampf gegen schwere Hungersnöte in Nordkorea stellt die EU dem kommunistischen Land Nothilfen im Wert von 10 Millionen Euro bereit. Das teilte die EU-Kommission am Montag in Brüssel mit.

Lebensmittellieferungen sollen mehr als eine halbe Million Menschen im Norden und Osten des Landes vor dem Hungertod bewahren. Vor allem Kinder unter fünf Jahren, die wegen ihrer schweren Unterernährung in Krankenhäusern liegen, sollen ebenso wie Schwangere und ältere Menschen unterstützt werden.

Die Hilfe sei an strenge Bedingungen geknüpft, hieß es aus der Kommission. "Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen vor Hunger sterben. Daher sind wir entschlossen, die Lieferungen auf jeder Etappe zu beobachten", sagte die für humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissarin Kristalina Georgieva.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) werde die Lieferungen der Hilfspakete organisieren und kontrollieren.

Die EU-Kommission hatte im vergangenen Monat eine Expertengruppe nach Nordkorea geschickt. Dort beobachte die Brüsseler Delegation die sich verschlechternden Zustände in Krankenhäusern, Kindergärten, auf Bauernhöfen und bei der Nahrungsmittelausgabe.

"Unsere Experten haben schwer unterernährte Kinder in Krankenhäusern und Säuglingsheimen gesehen, wo es für sie keine Behandlung gab", sagte Georgieva.

Laut EU sind in Nordkorea zwei Drittel der Bevölkerung auf staatliche Essensrationen angewiesen. Diese wurden in den vergangenen Monaten drastisch gekürzt. Statt 400 Gramm Getreide pro Tag und Person im April sanken sie im Juni auf 150 Gramm.

"Offensichtlich wird aus dem chronischen Lebensmittelproblem in Nordkorea eine akute Krise in einigen Teilen des Landes", sagte Georgieva. Das Land erlebe bei der Nahrungsmittelproduktion eine der schwersten Jahre seit langem. Die nächste Getreideernte steht erst wieder im Oktober an.

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