Ärzte Zeitung online, 14.07.2011

Anschläge in Mumbai weltweit verurteilt

Mehr als zweieinhalb Jahre nach der verheerenden Terrorserie in Mumbai wird die Finanzmetropole erneut von Anschlägen erschüttert: Mindestens 21 Menschen sterben, als drei Sprengsätze explodieren. Die Welt reagiert entsetzt auf die Bluttat.

NEU DELHI (dpa). Die Anschlagsserie in der westindischen Finanzmetropole Mumbai (ehemals Bombay) mit mehr als 20 Toten ist international scharf verurteilt worden.

Die "wahllose Gewalt gegen Zivilisten" sei durch nichts zu rechtfertigen, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nach Angaben seines Sprechers in New York. US-Präsident Barack Obama sprach von einem "abscheulichen Angriff".

Bundeskanzlerin Angela Merkel drückte den Hinterbliebenen der Todesopfer und den Verletzten ihre Anteilnahme aus. Bei der Explosion dreier Sprengsätze waren am Mittwoch in Mumbai mindestens 21 Menschen getötet worden. 141 weitere wurden nach Medienberichten verletzt.

Merkel versichert Solidarität mit Indien

"Terrorismus in all seinen Formen ist eine der größten Bedrohungen der internationalen Sicherheit und des Friedens", sagte der deutsche UN-Botschafter Peter Wittig, der den Weltsicherheitsrat in New York in diesem Monat leitet.

Obama erklärte in Washington, die USA würden ihrem Freund Indien zur Seite stehen und helfen, "die Täter dieser schrecklichen Verbrechen ihrer Strafe zuzuführen".

Auch Merkel versicherte, Indien könne sich im Kampf gegen den Terror der Solidarität Deutschlands sicher sein. Bundesaußenminister Guido Westerwelle unterstrich, "die Verantwortlichen für diese Taten müssen zur Rechenschaft gezogen werden".

Die Anschläge ließen Erinnerungen an die verheerende Terrorserie von 2008 wachwerden, als mehrere schwer bewaffnete Angreifer über drei Tage hinweg in Mumbai für Angst und Schrecken sorgten und mehr als 170 Menschen töteten.

Die indische Regierung machte damals die aus Pakistan operierende radikal-islamische Extremistengruppe Lashkar-e-Taiba für die Tat verantwortlich.

"Koordinierter Anschlag von Terroristen"

Wer hinter den Bombenanschlägen vom Mittwoch steckt, war zunächst nicht bekannt. In indischen Medien wurde über eine Verwicklung radikaler Islamisten spekuliert. "Das war ein koordinierter Anschlag von Terroristen", sagte Innenminister Palaniappan Chidambaram vor Reportern in Neu Delhi.

Die Sicherheitskräfte in Mumbai und anderen Großstädten seien in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden. Zu den möglichen Attentätern machte er keine Angaben.

Medienberichten zufolge explodierten die Sprengsätze innerhalb von 15 Minuten in belebten Wohn- und Geschäftsvierteln im Süden und Westen der Stadt. Eine der Bomben sei an einer Bushaltestelle im westlichen Bezirk Dadar detoniert, die anderen in den Vierteln Zaveri Bazar und Opera House, beides Zentren der Schmuckindustrie.

Zum Zeitpunkt der Anschläge gegen 19 Uhr Ortszeit waren auf den Straßen der Millionenmetropole zahlreiche Menschen unterwegs. Viele kamen von der Arbeit oder erledigten ihre Einkäufe.

Schreckliche Tradition von Anschlägen

Die indische Staatspräsidentin Pratibha Patil verurteilte die Anschläge und wünschte den Verletzten baldige Genesung. Auch die Regierung des Nachbarlandes Pakistan verurteilte die Tat.

Die Nachrichtenagentur IANS berichtete, Präsident Asi Ali Zardari und Premier Yousaf Raza Gilani hätten sich in einem Schreiben an die indische Führung gewandt und den Verlust von Menschenleben bedauert.

Mumbai ist in den vergangenen Jahren immer wieder von schweren Anschlägen erschüttert worden. Im Juli 2006 wurden bei einer Serie von Bombenexplosionen in Vorortzügen mehr als 180 Menschen getötet und rund 800 verletzt.

Mitte 2003 starben bei Anschlägen im Stadtzentrum mehr als 50 Menschen. Bei der bislang größten Anschlagserie 1993 waren 250 Menschen ums Leben gekommen. Auch für diese Taten werden muslimische Extremisten verantwortlich gemacht.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Pneumonien unter Benzodiazepinen

Benzodiazepine sind bei Patienten, die an Morbus Alzheimer leiden, mit einer Häufung von Lungenentzündungen assoziiert. Für Z-Substanzen gilt das womöglich nicht. mehr »

Psychotherapie bei Borderline nur mäßig erfolgreich

Spezifische Psychotherapien sind bei Borderline-Patienten unterm Strich zwar wirksamer als unspezifische Behandlungen: Allerdings fällt die Bilanz in kontrollierten Studien eher mager aus. mehr »

KBV legt acht Punkte für eine Reformagenda vor

Rechtzeitig vor dem Bundestagswahlkampf und dem Start in eine neue Legislaturperiode hat die KBV ein Programm für eine moderne Gesundheitsversorgung vorgelegt. Was steht drin? mehr »