Ärzte Zeitung online, 15.07.2011

Mutter gibt Geld behinderter Kinder für sich aus

SAARBRÜCKEN (dpa). Rund 870.000 Euro ihrer schwerstbehinderten Kinder hat eine Mutter nach Erkenntnissen des Saarländischen Oberlandesgerichts für eigene Zwecke ausgegeben.

Jetzt muss sie das Geld zurückzahlen. Die Frau habe ihre elterlichen Pflichten grob fahrlässig verletzt, erklärten die Richter am Freitag in Saarbrücken.

Das Geld der 1992 geborenen Zwillinge soll unter anderem in eine Immobilie, einen Transporter und auf ein privates Rentenkonto der Frau geflossen sein. Es handelt sich um Schadensersatzleistungen.

Die Kinder hatten die damals rund zwei Millionen D-Mark wegen eines ärztlichen Kunstfehlers bekommen. Die Vergleichssumme wurde auf das Konto der Mutter überwiesen.

Der Frau hätte bewusst sein müssen, dass sie das Geld im Sinne der Kinder anzulegen oder auszugeben habe, urteilten die Richter. Die finanzielle Zukunftssicherung der behinderten Zwillinge habe sie völlig aus dem Blick verloren.

Az.: 8 U 519/09

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