Ärzte Zeitung online, 12.08.2011

Beim Stoffwechsel ist der "kleine Unterschied" ganz groß

MÜNCHEN (dpa). Forscher des Helmholtz Zentrums München haben erhebliche Unterschiede bei Stoffwechselprodukten im Blut von Frauen und Männern entdeckt. Deshalb müsse die Entwicklung von geschlechtsspezifischen Therapien und Medikamenten vorangetrieben werden.

Unterschiede zwischen Frauen und Männern fanden sich bei 101 von 131 untersuchten Stoffwechselprodukten, vor allem bei Lipiden und Aminosäuren (PLoS Genetics 2011, online 11. August). Die Forscher verknüpften dann genetische Daten und Stoffwechsel-Profile.

Geschlechtsspezifische Behandlung notwenig

"In ihrem molekularen Profil müssen Männer und Frauen in zwei komplett unterschiedliche Kategorien eingeteilt werden", schreiben die Epidemiologen Professor Thomas Illig und Kirstin Mittelstrass. "Das heißt, dass wir auch geschlechtsspezifische Ansätze für die Behandlung von Krankheiten brauchen."

Als Nächstes wollen die Wissenschaftler eine größere Anzahl von Stoffwechselprodukten untersuchen und die Ergebnisse anhand weiterer Studien mit anderen Teilnehmern bestätigen.

Daten von über 3000 Menschen aus der Kora-Studie

An der repräsentativen Untersuchung beteiligten sich mehr als 3000 Menschen. Epidemiologen, Bioinformatiker und Biochemiker wirkten an der Erhebung mit. Es sei die weltweit erste Studie, die fachübergreifend genetische Einflüsse auf den geschlechtsspezifischen Stoffwechsel untersuche, sagte der Biochemiker Professor Jerzy Adamski vom Helmholtz Zentrum der Nachrichtenagentur dpa.

Die Erhebung ist Teil der größeren Kora-Studie. In dieser wird seit 20 Jahren die Gesundheit tausender Bürger aus dem Raum Augsburg untersucht, um Auswirkungen von Umweltfaktoren, Verhalten und Genen zu erforschen.

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