Ärzte Zeitung online, 12.08.2011

Pflanzenfossilien geben Rückschluss auf Holzvorkommen

WASHINGTON (dpa). Den frühesten Beleg für die Existenz von Holz haben Forscher um Philippe Gerrienne von der Universität Lüttich in zwei Pflanzenfossilien gefunden.

Eine Pflanze ist 407 Millionen Jahre alt und stammt aus Frankreich, die andere ist 397 Millionen Jahre alt und aus Kanada. Sie wiesen die für Holz charakteristischen länglichen Strahlen-Zellen und Jahresringe auf, schreiben die Forscher im US-Fachjournal "Science".

"Unerwartetes" Ergebnis

Beide stammen aus dem frühen Devon, einer erdzeitlichen Periode innerhalb des Paläozoikums.

Die ältere französische Pflanze ist mindestens 10 Millionen Jahre älter als andere Holzvorkommnisse, schätzen die Wissenschaftler. Sie beurteilen das Ergebnis als "unerwartet".

Noch ältere Belege für Holz seien unwahrscheinlich, weil Pflanzen aus dem frühen Devon eigentlich alle krautartig waren.

Die genauen Ursprünge von Holz sind unbekannt, aber dessen Entwicklung im Paläozoikum (vor 540-250 Millionen Jahren) war entscheidend dafür, dass große mehrjährige Pflanzen entstehen konnten.

Debatte um Holzursprung möglicherweise beendet

Der neue Fund könnte auch die Debatte beenden, warum Holz ursprünglich entstanden ist: ob als mechanische Stütze für die größer werdenden Pflanzen, oder um Wasser in die oberen Bereiche der Pflanzen zu ziehen.

Die beiden Pflanzenfossilien deuten mit ihrem kleinen Wuchs und den dicken Zellwänden auf Letzteres hin, argumentieren die Forscher.

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