Ärzte Zeitung online, 11.08.2011

Israel: Organspende einer Münchnerin ein "Zeichen der Hoffnung"

Tel Aviv (dpa). Mit der Spende von Organen einer Deutschen wird in Israel Werbung für Organspenden gemacht.

Es sei ein "Zeichen der Hoffnung auf Frieden zwischen den Völkern", sagte der stellvertretende Leiter des israelischen Großklinikums Tel Haschomer, Amon Afek, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

Die Münchnerin Antonia Bogner war im Mai bei einem Busunfall in Israel lebensgefährlich verletzt worden. Als die Ärzte sie nicht retten konnten, stimmten ihre Angehörigen der Organspende zu.

"Eine Entscheidung für das Leben"

Bogners Bruder Eberhard war nach Tel Aviv gereist, um sich mit den Empfängern zu treffen, die dank der Organspende seiner Schwester gerettet werden konnten.

Seine Familie habe die Entscheidung für die Organspende nie bereut, sagte der Münchner. "Wir haben uns dafür entschieden, um dem Schmerz etwas Positives entgegenzustellen. Es war eine Entscheidung für das Leben", sagte Bogner bei dem Treffen in der Klinik.

Zwei Menschen profitieren von der Organspende

Anders als in Deutschland ist es in Israel nicht untersagt, dass Angehörige von Organspendern Informationen über die Empfänger erhalten.

Eine Empfängerin einer Organspende von Antonia ist die israelische Palästinenserin Hasnin Haga. Sie dankte den Bogners in bewegenden Worten.

"Sie haben mir das Leben zurückgegeben", sagte die 28-Jährige, die seit ihrer Geburt ein Lungenleiden hatte.

Dank der Spenderlunge könne sie jetzt wieder normal leben. Ein anderer Patient, ein Vater von zwei Kindern, erhielt die Leber Antonias.

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