Ärzte Zeitung online, 14.08.2011

Nach Leck treibt ein Ölteppich auf Nordsee

Auf der Nordsee treibt ein Ölteppich, weil es bei einer Förderplattform des Konzerns Shell ein Leck gab. Das Unternehmen versucht, zu beruhigen: Alles sei unter Kontrolle, das Öl werde keinen Strand erreichen. Unabhängige Informationen gab es zunächst nicht.

LONDON (dpa). An einer Plattform des Konzerns Shell in der zentralen Nordsee ist nach einem Leck eine größere Menge Öl ausgeflossen. Auf dem Wasser treibe eine 31 Kilometer lange Ölschicht mit einer maximalen Breite von 4,3 Kilometern, teilte Shell am 14. August mit.

"Wir gehen davon aus, dass das Öl auf natürliche Weise durch die Wellenaktivitäten aufgelöst wird und keinen Strand erreichen wird", heißt es in einer Erklärung des größten Ölkonzerns Europas.

Noch keine Angaben über die Menge des ausgeströmten Öls

Zum Volumen des insgesamt ausgeströmten Öls machte Shell bislang keine Angaben. Das am 10. August an der Plattform Gannet Alpha rund 180 Kilometer östlich von Aberdeen entdeckte Leck sei aber relativ unbedeutend. Es sei inzwischen "unter Kontrolle". Unabhängige Informationen zu dem Ausmaß des Vorfalls lagen zunächst nicht vor. Öl im Wasser ist auch dann eine Gefahr für viele Meerestiere und Vögel, wenn es nicht an Land gespült wird.

Nach Shell-Angaben wurde ein ferngesteuerter Unterwasser-Roboter eingesetzt, um das Problem zu erkunden. Auch stehe ein Boot mit Chemikalien zum Binden von Öl bereit. Zudem beobachte man die Situation von einem Flugzeug aus.

Das Gannet-Ölfeld wurde zu Beginn der 1970-er Jahre entdeckt und später erschlossen. Das Wasser ist an dieser Stelle etwa 100 Meter tief, heißt es auf der Homepage des Konzerns.

Das britische Energie- und Klimaministerium teilte mit, der Vorfall werde untersucht. Man habe von Shell Information bekommen, die Menge an Öl, die freigesetzt werden könnte, sei begrenzt, sagte ein Sprecher.

Täglich werden 13.500 Barrel Öl im Gannet-Ölfeld produziert

Im Gannet-Ölfeld wurden einem Bericht des Senders BBC zufolge täglich 13.500 Barrel Öl produziert. Es werde zwar von Shell betrieben, doch auch der Konzern Esso, der zum US-Riesen Exxon gehört, habe Anteile daran.

"Dieser Vorfall zeigt deutlich, dass schwere Ölunfälle auch in der Nordsee möglich sind", sagte Jörg Feddern von der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Die Betreiber von Plattformen müssten durch die Politik endlich dazu verpflichtet werden, ihre Pläne für solche Notfälle öffentlich darzulegen. "Nur so ist überprüfbar, ob wirklich alles Erdenkliche unternommen wird, um Katastrophen größeren Ausmaßes zu verhindern."

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