Ärzte Zeitung online, 14.08.2011

600 Menschen aus S-Bahn in Tunnel evakuiert

Ohne Strom, ohne Licht, ohne Platz - eine halbe Stunde mussten rund 600 Menschen dicht gedrängt in einer überfüllten und stickigen S-Bahn in einem Tunnel ausharren. Prügelnde Fans hatten zuvor einen Großeinsatz der Bundespolizei ausgelöst.

HAMBURG (dpa). Ein mit Fahrgästen überfüllter Zug der Hamburger S-Bahn ist am Samstagabend in einem Tunnel gestoppt und später evakuiert worden. Mindestens zwei Menschen erlitten leichte Verletzungen.

Hintergrund des Stopps waren Prügeleien unter Fußballfans nach einem Bundesligaspiel. Die Auseinandersetzungen hätten in einem anderen S-Bahn-Zug an einer Haltestelle stattgefunden, berichtete die Bundespolizei am 14. August. Weil einige Fans angeblich in den Tunnel flüchteten, musste der Strom auf der Linie abgestellt werden.

Eine mit rund 600 Fahrgästen überfüllte S-Bahn stand daraufhin eine halbe Stunde ohne Strom zwischen zwei Haltestellen im Tunnel. Erst dann konnten Feuerwehr und Bundespolizei die Menschen aus ihrer misslichen Lage befreien. Fußballfans wurden im Tunnel nicht gefunden.

Dicht gedrängt mussten die Fahrgäste im Dunkeln ausharren

Die dicht gedrängten Fahrgäste mussten wegen der Notstromabschaltung im Dunkeln ausharren Sie öffneten die Türen der S-Bahn, um Luft zu bekommen.

Aggressive und betrunkene Fußballfans versuchten nach Angaben eines Augenzeugen von innen Scheiben einzuschlagen, Frauen und ältere Fahrgäste klagten über Atemnot, Kinder schrien.

Als die Einsatzkräfte zu der S-Bahn vorgedrungen waren, sei die Stimmung sehr gereizt gewesen, berichtete der Sprecher der Bundespolizei. "Aber eine Panik gab es nicht", sagte er und widersprach damit ersten Angaben vom Samstag.

Gegen 19.30 Uhr geleiteten die Helfer die Fahrgäste über die Gleise zum Bahnhof Königstraße. Zwei junge Frauen hätten dort wegen Kreislaufzusammenbrüchen behandelt werden müssen, eine von ihnen musste zur Behandlung ins Krankenhaus.

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