Ärzte Zeitung online, 19.08.2011

Psychiaterin: Scheinbar unmotivierte Gewalt nimmt zu

BERLIN (dpa). Obwohl Jugendgewalt in Deutschland insgesamt zurückgeht, nehmen nach Experteneinschätzung die scheinbar unmotivierten Gewalttaten von Jugendlichen zu.

"Neu und auffallend ist - anders als in früheren Zeiten, wo für die Gewaltattacken Gründe gefunden wurden -, dass es heute scheinbar unmotivierte Gewalttaten sind, die plötzlich wie aus dem Nichts auftreten", sagt die Jugendpsychiaterin Professor Annette Streeck-Fischer von der International Psychoanalytic University in Berlin.

Überforderung durch hohe Erwartungen und zugleich emotionale Vernachlässigung durch die Eltern nennt Streeck-Fischer als Gründe. Zum Heranwachsen gehöre das Austesten von Grenzen.

"Wenn die Grenzen nicht mehr in der Auseinandersetzung mit vertrauten Personen erfahren werden - durch Regeln, Gebote oder auch Verbote, dann werden diese Konflikte in den öffentlichen Raum getragen", sagt Streeck-Fischer, die auch Präsidentin der Internationalen Gesellschaft für Jugendpsychiatrie und -psychologie ist.

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