Ärzte Zeitung online, 25.08.2011

Krankenhäuser in Tripolis voller Verwundeter

TRIPOLIS (dpa). Die Krankenhäuser in der libyschen Hauptstadt Tripolis sind nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen mit Verwundeten überfüllt. Fast alle hätten Schussverletzungen.

Krankenhäuser in Tripolis voller Verwundeter

Verwundet in Libyen: Die Kliniken in der Hauptstadt Tripolis sind voll von Verletzten.

© dpa

"In den Krankenhäusern, die ich seit dem Beginn der Auseinandersetzungen besucht habe, spielten sich oft chaotische Szenen ab", berichtete Einsatzleiter Jonathan Whittall nach Angaben der Organisation vom Donnerstag.

"Es gibt einen Mangel an Medizinern in den Einrichtungen, aber es gibt auch eine große Zahl Freiwilliger, die in die Krankenhäuser kommen, um zu helfen, wo sie können. Aber das alles schafft ein sehr chaotisches Umfeld", sagte Whittall.

Neben einer Klinik in Tripolis seien Häuser in eine stationäre Abteilung umgewandelt worden. "In einem dieser Häuser lagen die Patienten auf dem Boden und auf Tischen", erzählte der Arzt.

"Aber weil Personal fehlte, gab es keine Krankenschwestern, und die Patienten mussten im Wesentlichen für sich selbst sorgen." In einer anderen Einrichtung würden Verletzte im Freien vor dem Krankenhaus warten.

Besserung sei indes in Sicht. "Jetzt, wo die Lage in der Stadt beginnt, sich etwas zu beruhigen, können sich die Krankenhäuser auch um die Patienten kümmern, die es bislang nicht zu ihnen geschafft haben", berichtete Whittall.

Dazu gehörten Verwundete, aber auch Verletzte, die bisher zu viel Angst gehabt hätten, auf die Straße zu gehen, und andere Notfall-Patienten.

Schwierigkeiten bereite der "massive Treibstoffmangel" in Tripolis, berichtete Ärzte ohne Grenzen. "Dies ist ein großes Problem, weil der Strom oft ausfällt", sagte Whittall.

Deshalb würden Generatoren eingesetzt, um die Krankenhäuser zu betreiben, aber sie hätten nur sehr begrenzte Treibstoffreserven.

Das Team von Ärzte ohne Grenzen in Libyen besteht nach eigenen Angaben derzeit aus 44 libyschen und 30 internationalen Mitarbeitern und leistet Hilfe in den Städten Tripolis, Misrata, Slintan, Jafran und Bengasi.

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