Ärzte Zeitung online, 30.08.2011

Menschenrechtler fordern Schutz für Afrikaner in Libyen

BERLIN (dpa). Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat den Übergangsrat in Libyen aufgefordert, im Land lebende Afrikaner besser vor Übergriffen zu schützen.

Bei der Einnahme der Stadt sei es in den vergangenen Tagen zu zahlreichen Übergriffen auf afrikanische Migranten gekommen, teilte die Menschenrechtsorganisation am Dienstag in Göttingen mit.

Gaddafi-Gegner hätten Dutzende Afrikaner festgenommen und verschleppt. "Die Gefangenen haben sich nicht an den Kämpfen beteiligt, werden jedoch auf Grund ihrer Hautfarbe fälschlich für Söldner Gaddafis gehalten", sagte GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius.

Die Afrikanische Union (AU) hatte am Montag ebenfalls Übergriffe auf Nicht-Araber kritisiert. Das sei "verlogen", heißt es dazu bei der GfbV.

Die AU habe Gaddafis Regime lange Jahre gestützt und zu rassistischen Übergriffen auf Schwarzafrikaner in Libyen geschwiegen. "Nach dem Sturz des Diktators entdecken die Regierungen Afrikas nun plötzlich ihr Herz für verfolgte Afrikaner", sagte Delius.

Zudem schade die algerische Regierung dem Ansehen Afrikas, wenn sie Angehörigen des Gaddafi-Clans Zuflucht gewähre. Diese müssten dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag überstellt werden.

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