Ärzte Zeitung online, 31.08.2011

Castor-Transport nach erhöhter Strahlung ungewiss

HANNOVER (dpa). Nach dem Anstieg von Strahlenwerten am Atommüll- Zwischenlager Gorleben ist der nächste Castor-Transport im November ungewiss.

Das Umweltministerium in Hannover erklärte am Dienstag nach einem Expertentreffen, es werde dem Transport erst zustimmen, wenn es Maßnahmen des Betreibers zur Verringerung der Strahlenbelastung geprüft habe.

Konkret habe der Betreiber bislang vorgeschlagen, die Castor-Behälter in der Lagerhalle umzulagern, um die Messwerte am Zaun des Geländes nach unten zu drücken.

Das Ministerium selbst will weitere unabhängige Messungen am Zaun veranlassen, um die Prognosesicherheit zu erhöhen.

Auslöser der Debatte um den nächsten Castor-Transport waren routinemäßige Messungen im Auftrag des Ministeriums am Gorleben-Gelände.

Der Halbjahreswert für Neutronenstrahlung am Lagerzaun lag dabei in diesem Jahr bei 0,27 Millisievert, nachdem im Vorjahr 0,23 Millisievert gemessen worden waren.

Auf das Jahr betrachtet ist ein Wert von 0,30 Millisievert erlaubt. Die Sorge ist, dass dieser Grenzwert überschritten wird. Nur wenn dies voraussichtlich nicht der Fall ist, darf Niedersachsen den Castor-Transport genehmigen.

Den Anstieg von Strahlenwerten hatte das Ministerium in der vergangenen Woche nicht von sich aus mitgeteilt, sondern erst nach einem entsprechenden Medienbericht bestätigt.

Wie das Ministerium am Dienstag erklärte, hatte der Betreiber im Juli nach Feststellung der erhöhten Messwerte eine Umlagerung von Castor-Behältern vorgenommen. Davon erhoffe er sich einen Rückgang der Strahlenbelastung.

Insgesamt elf Castorbehälter mit hoch radioaktivem Müll sollen im November aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague nach Gorleben gebracht werden. Fünf der elf Behälter seien bereits beladen, so die Grünen. Auch diese Arbeiten müssten nun gestoppt werden.

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