Ärzte Zeitung online, 31.08.2011

Misshandlungen in Simbabwe nehmen kein Ende

JOHANNESBURG (dpa). Im Marange-Diamantengebiet von Simbabwe werden nach Angaben der Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" weiter Menschen misshandelt und brutal verfolgt.

Polizei und private Sicherheitskräfte der Diamantenkonzerne setzten Schusswaffen und scharfe Hunde gegen illegale Minenarbeiter ein, heißt es in einer am Dienstag in Johannesburg veröffentlichten Mitteilung. Die Sicherheitsleute würden "unmenschlich" und "barbarisch" vorgehen.

Mediziner in den Krankenhäusern im Bezirk Chiadzwa würden von monatlich 15 bis 20 Arbeitern sprechen, die mit Schussverletzungen oder Bisswunden eingeliefert würden, so die Organisation. Sie geht zudem von einer hohen Dunkelziffer der Opfer aus, weil viele Verletzte eine strafrechtliche Verfolgung fürchteten.

Simbabwe hat die größten Diamantenvorkommen der Welt. Dem Regime des autokratischen Präsidenten Robert Mugabe (87) wurde 2009 nach zahlreichen Verstößen gegen die Menschenrechte der weitere Verkauf von Diamanten auf dem Weltmarkt durch die internationale Gemeinschaft verboten.

Im Juni wurde das Verbot durch den derzeitig amtierenden Chef des sogenannten Kimberley-Prozesses zur Bekämpfung des illegalen Diamantenhandels, Mathieu Yamba (Demokratische Republik Kongo), überraschend aufgehoben.

"Human Rights Watch" forderte ein neues Verkaufsverbot für Diamanten aus dem Marangegebiet. "Der Kimberley-Prozess scheint sein Ziel aus den Augen verloren zu haben, zu verhindern, dass es Blutdiamanten bis zum Verbraucher schaffen", meinte Afrika-Experte Tiseke Kasambala.

Der britische Fernsehsenders BBC hatte Anfang August von einem Folterlager der Sicherheitskräfte in dem Diamantengebiet berichtet. Tägliches Auspeitschen und die Vergewaltigung weiblicher Gefangener gehörten demnach zu den umstrittenen Maßnahmen.

Ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton sagte in Brüssel, dass es für die Existenz des Folterlagers keine "fundierten Beweise" gebe.

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