Ärzte Zeitung online, 06.09.2011

Urnen-Entführer müssen ins Gefängnis

LIMBURG (dpa). Die Täter stahlen die Asche von Toten und forderten dafür zwei Millionen Euro Lösegeld: Für diesen Erpressungsversuch schickte das Landgericht Limburg am Montag zwei Männer für zweieinhalb und drei Jahre hinter Gitter.

Die Richter sprachen einen 27-Jährigen schuldig, im vergangenen September fünf Urnen aus dem Grabmal einer Wetzlarer Unternehmer-Familie gestohlen zu haben. Gemeinsam mit seinem 63 Jahre alten Komplizen hatte er die Angehörigen danach erpresst.

Die beiden Angeklagten waren Anfang März festgenommen worden. Die Urnen blieben zunächst verschwunden und tauchten erst einige Wochen später auf - im wahrsten Sinne: Sie wurden in der Lahn bei Gießen entdeckt und konnten dann der Familie wieder übergeben werden.

Die Männer legten vor Gericht ein Teilgeständnis ab, wie Staatsanwalt Dominik Mies berichtete. Demnach habe der 27-Jährige nach eigenen Angaben die jeweils gut 50 Kilo schweren Gefäße mit einer Art Sackkarre vom Wetzlarer Friedhof abtransportiert.

Beide Männer hätten danach den Angehörigen gedroht, die Urnen zu zerstören, wenn nicht das Lösegeld gezahlt werde. Das Motiv der Tat soll Geldnot gewesen sein.

Der jüngere Angeklagte wurde wegen Störung der Totenruhe und versuchter Erpressung verurteilt, der 63-Jährige nur wegen versuchter Erpressung.

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