Ärzte Zeitung online, 06.09.2011

Somalia: Hungersnot in weiteren Regionen

ADDIS ABEBA/MOGADISCHU (dpa). Die Vereinten Nationen haben in einer sechsten Region Somalias offiziell eine Hungersnot ausgerufen.

Die steigende Zahl von durch Hunger und Dürre bedingten Todesfällen in der südlichen Bay Region habe die UN zu diesem Schritt bewogen, hieß es am Montag in einer Mitteilung.

Zugleich warnten Experten, dass sich die Situation in dem Bürgerkriegsland in den kommenden Monaten weiter verschlimmern könnte. "Zehntausende Menschen sind schon gestorben, über die Hälfte von ihnen Kinder", hieß es bei den Vereinten Nationen in Nairobi.

Bereits im Juli und im August waren fünf Regionen vor allem im Süden Somalias zu Hungergebieten erklärt worden.

Eine Hungersnot wird dann ausgerufen, wenn mindestens 20 Prozent der Bewohner einer Region kaum noch Zugang zu Nahrungsmitteln haben, 30 Prozent als stark unterernährt eingestuft werden und pro Tag mindestens 2 von 10.000 Menschen sterben.

Mehr als zwölf Millionen Menschen leiden am Horn von Afrika unter der schwersten Dürre seit 60 Jahren und sind auf Nahrungshilfe angewiesen, davon allein vier Millionen in Somalia.

Etwa 750.000 von ihnen könnten sterben, wenn nicht bald mehr Hilfen geliefert würden, teilte die zuständige UN-Organisation FSNAU mit.

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