Ärzte Zeitung online, 09.09.2011

Frauenarzt-Fotos: Hunderte besorgte Frauen rufen Polizei an

LUDWIGSHAFEN/SCHIFFERSTADT (dpa). Im Fall des Frauenarztes aus der Nähe von Ludwigshafen in der Pfalz, der seine Patientinnen heimlich fotografiert haben soll, haben sich hunderte besorgte Frauen bei der Polizei gemeldet.

Bis zum Nachmittag seien bis zu 400 Anrufe bei der Ermittlungsgruppe eingegangen, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag in Ludwigshafen.

Am Tag zuvor hatten Staatsanwaltschaft und Polizei den Fall bekannt gemacht.

35.000 Aufnahmen gefunden

Der Mediziner soll in seiner Praxis von rund 3000 Frauen heimlich intime Fotos gemacht und gespeichert haben.

Mehr als 35.000 Aufnahmen wurden bei dem 56-Jährigen gefunden.

"Frauen sind geschockt"

Da es sich um ein sogenanntes Antragsdelikt handelt, kann der Frauenarzt allerdings nur bestraft werden, wenn mindestens eines seiner Opfer dies beantragt.

Die Polizei versuche, sensibel vorzugehen und die Personalien der Anruferinnen aufzunehmen. "Die Frauen sind geschockt", sagte Polizeisprecherin Simone Eisenbarth.

Daten werden ausgewertet

In den weiteren Ermittlungen werden festgestellt, ob von ihnen tatsächlich Fotos gemacht wurden.

"Es wird Wochen dauern, um alle Daten auszuwerten und zuzuordnen", sagte Eisenbarth.

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