Ärzte Zeitung online, 17.09.2011

Defektes Gen: Fischgeruch trotzt Seife

Für andere gut riechen können: Seife und Parfum machen es möglich. Doch manchen Menschen hilft das nichts - sie stinken nach Fisch. Forscher haben jetzt herausgefunden, warum.

Defektes Gen: Fischgeruch trotzt Seife

Strenger Geruch: Bei manchen Menschen liegt's an den Genen.

© Creatista / shutterstock

PHILADELPHIA (hkj). Fischiger Körpergeruch muss nicht für schlechte Hygiene sprechen, sondern kann auch auf einen Enzymdefekt hindeuten.

Bei der Verdauung von cholinhaltigen Speisen wie Salzwasserfisch, Eiern und bestimmten Hülsenfrüchten wird Trimethylamin (TMA) gebildet.

Beim gesunden Menschen bauen Enzyme der Familie der Flavin-Monooxygenasen (FMO) diesen Stoff zum geruchlosen Trimethylamin-N-Oxid (TMAO) ab.

Einige Menschen weisen aber Defekte des Gens FMO3 auf. Sie sind nicht in der Lage, TMA zu metabolisieren und leiden an Trimethylaminurie.

Nachweis im Urin

Da TMA einen starken fischigen Geruch hat, kann es bei den betroffenen Personen trotz guter Hygiene zu einem störenden fischigen Körpergeruch kommen.

Schlimmstenfalls hat das für den Betroffenen beachtliche psychosoziale Auswirkungen. Ohne spezielle Tests gestaltet sich die Diagnostik schwierig.

Forscher um Professor Wise untersuchten 353 Individuen, die über unklaren, anhaltend schlechten Körpergeruch klagten (Am J Med 2011; online 17. August).

Bei 118 der Studienteilnehmer wurde die Diagnose Trimethylaminurie gestellt, obwohl nur 3,5 Prozent dieser Personen über einen fischigen Geruch geklagt hatten.

Gesichert wird die Diagnose durch eine Bestimmung des TMA Levels im Urin nach Gabe eines mit Cholin angereicherten Getränks.

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