Ärzte Zeitung online, 22.09.2011

UN: Rohstoffabbau verletzt Menschenrechte

GENF (dpa). Der Abbau und die Gewinnung von Rohstoffen gefährdet in vielen Teile der Erde die Menschenrechte von Ureinwohnern.

Zu diesem Schluss kommt ein Bericht, den der UN-Sonderberichterstatter für indigene Völker, James Anaya, am Mittwoch dem UN-Menschenrechtsrat in Genf vorgelegt hat.

Er hatte zu Beginn dieses Jahres zu diesem Thema einen Fragebogen für Unternehmen, Regierungen und Vertreter von Ureinwohnern entwickelt und ausgewertet.

Maßnahmen sollen 2013 kommen

"Der Abbau natürlicher Ressourcen und andere größere Entwicklungsprojekte in der Nähe von Lebensbereichen von Ureinwohnern bilden eine der wichtigsten Ursachen für die Verletzung der Rechte von Ureinwohnern weltweit", schreibt Anaya in seinem Bericht.

Der UN-Experte kritisierte vor allem die Macht großer internationaler Konzerne und die häufige Ohnmacht von Regierungen ihnen gegenüber.

Die UN-Vollversammlung hatte 2007 eine "Deklaration der Rechte von Urvölkern" verabschiedet. Sie spricht den rund 370 Millionen Ureinwohnern weltweit das Recht auf Selbstbestimmung und volle Kontrolle über ihr Land zu.

Davon sei man aber noch weit entfernt, erklärte der Berichterstatter. Er will nun bis 2013 konkrete Maßnahmen aufzeigen, durch die die Rechte der Ureinwohner gestärkt werden können. Damit soll sich dann wieder der Menschenrechtsrat befassen.

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