Ärzte Zeitung online, 05.10.2011

Hatte Roy Black vier Promille im Blut?

MÜNCHEN (dpa). Schlagersänger Roy Black hat sich nach Informationen der "Bild"-Zeitung vor seinem Tod in einen Vollrausch getrunken.

Hatte Roy Black vier Promille im Blut?

Der deutsche Schlagersänger Roy Black starb am 9. Oktober 1991 im Alter vom 48 Jahren.

© dpa

Laut Obduktionsbericht habe er drei Promille Alkohol im Blut und vier Promille im Urin gehabt, berichtete die Zeitung am 5. Oktober.

Der Rechtsmediziner der Münchner Universität, Professor Wolfgang Eisenmenger (67), der die Leiche Blacks nach seinem Tod am 9. Oktober 1991 rechtsmedizinisch untersuchte, dementierte dies auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa nicht.

Er sagte: "Wenn man bei jemandem drei Promille findet, dann spricht das dafür, dass er Missbrauch mit Alkohol treibt."

Polizei und Staatsanwaltschaft hatten als Todesursache des Sängers einen Herzanfall angegeben.

Offizielle Todesursache: Herz- und Kreislaufversagen

Die Leiche des Schlagersängers wurde vor 20 Jahren in einer Fischerhütte im oberbayerischen Heldenstein im Landkreis Mühldorf am Inn gefunden. Ein Arzt stellte als Todesursache Herz- und Kreislaufversagen des damals 48-Jährigen fest.

Die Staatsanwaltschaft in Traunstein ordnete vorsorglich eine Obduktion an. Ein Polizeisprecher sagte damals, es deute nichts darauf hin, dass der Schauspieler zuvor Medikamente, Alkohol oder Drogen genommen haben könnte.

Rechtsmediziner Eisenmenger sagte nun, Black habe keine Medikamente genommen: "Von Tabletten steht nichts im Protokoll."

Der Bruder des Schlagersängers wies die Behauptungen zurück

Blacks Bruder Walter Höllerich wies die Behauptung zurück, der Sänger sei vor seinem Tod betrunken gewesen. Das sei "absoluter Blödsinn", sagte Höllerich der "Passauer Neuen Presse". "Ich höre das zum ersten Mal. Mein Bruder hat sich nicht totgesoffen."

Walter Höllerich hatte Roy Black, der mit bürgerlichem Namen Gerhard Höllerich hieß, tot in der Fischerhütte gefunden. Dorthin habe er sich zurückgezogen, wenn er Ruhe suchte.

Der Stress mit den Fernsehauftritten und der fehlenden Privatsphäre seien dem Frauenschwarm oft zu viel geworden. Black sei aber weder depressiv gewesen, noch habe er Drogen genommen, betonte der 62-Jährige. "Das hätte ich ja mitbekommen."

Black musste mehrmals am Herzen operiert werden - er litt seit seinem sechsten Lebensjahr an einem Herzklappenfehler - und war wiederholt wegen Problemen mit Alkohol in die Schlagzeilen geraten.

[05.10.2011, 22:06:46]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"Bild" war dabei und sprach zuerst mit dem Toten...
...oder 'Der Schuss krachte, und die Leiche wankte in die Ecke'. Gibt es denn nichts Wichtigeres zu kolportieren, als wie der bedauernswerte Gerhard Höllerich am Mittwoch, den 9. Oktober 1991, zu Tode kam.

Übrigens, wenn es heißt "Offizielle Todesursache: Herz- und Kreislaufversagen", haben Journalisten definitiv k e i n e n Schimmer vom Geschehen. Denn in a l l e n deutschen Todesbescheinigungen steht ausdrücklich: "N i c h t Herz-Kreislaufversagen oder Atemstillstand" als "Todesursache"!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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