Ärzte Zeitung online, 20.10.2011

SOS-Kinderdorf sorgt sich um Klinik

BERLIN (dpa). Die SOS-Kinderdörfer weltweit haben an die Bundesregierung appelliert, sich für eine Klinik und das angrenzende Kinderdorf in der somalischen Hauptstadt Mogadischu einzusetzen.

Beide Einrichtungen seien vergangene Woche von den Truppen der somalischen Übergangsregierung besetzt worden, teilte die Organisation am Mittwoch in Berlin mit.

Die Einrichtungen mussten evakuiert werden, ein SOS-Mitarbeiter kam bei einem Granateinschlag ums Leben.

"Wir wollen nicht, dass sich die Afrikanische Union in unseren Gebäuden breitmacht", sagte Wilfried Vyslozil, Vorstand der SOS-Kinderdörfer weltweit, in Berlin. "Das widerspricht allen Konventionen."

Klinik von Artillerie unter Beschuss genommen

Alle Warlords und Stammesführer hätten sich in den vergangenen 20 Jahren daran gehalten. "Wir fordern umgehend unser Gelände zurück. Wir wollen sofort wieder an die Arbeit gehen und uns um unsere Patienten kümmern", sagte Vyslozil.

SOS-Kinderdorf und die Klinik waren vergangene Woche beim Vormarsch der Regierungstruppen gegen die as-Schabaab-Milizen zwischen die Fronten geraten.

Die Regierungstruppen hatten das Kinderdorf besetzt, die Milizen die Klinik. Anschließend hatten sich beide Seiten mit schwerer Artillerie beschossen. Die Organisation ist eine der wenigen, die in Mogadischu noch vor Ort ist.

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