Ärzte Zeitung online, 21.10.2011

Kriegsverletzte aus Libyen werden in Westerstede versorgt

WESTERSTEDE (cben). 39 Kriegsverletzte aus Libyen sind auf Initiative des Auswärtigen Amtes in der vergangenen Woche nach Deutschland gebracht worden und werden an verschiedenen Standorten in Krankenhäusern medizinisch versorgt.

Fünf Kriegsopfer waren bereits am Dienstag über den Flughafen Köln/Bonn und Hamburg per Großraum-Rettungswagen ins Bundeswehrkrankenhaus Westerstede bei Oldenburg transportiert worden.

Die fünf Männer sind zwischen 17 und 33 Jahre alt und sollen vor allem orthopädisch versorgt werden.

Die Diagnostik sei abgeschlossen, erklärte Kapitänleutnant Peter Stalter, Sprecher des Bundeswehrkrankenhauses. Ein Sanitätsteam der Bundeswehr habe die Verletzten bereits in Tunesien sehr gut vorbehandelt.

Schwer verletzt aber stabil

"Die Verletzten leiden hauptsächlich an Schuss-, Splitter- oder Amputationsverletzungen", sagte Stalter der "Ärzte Zeitung". Zwei der Männer werden voraussichtlich eine Prothese brauchen, hieß es.

Am Freitagvormittag sei bei der ersten großen Visite über die Behandlungsschritte entschieden worden. Wie lange die Behandlung noch dauern werde sei unklar, so Stalter.

Die Patienten seien "relativ gut gestellt und stabil, wenn auch schwer verletzt", beschrieb Stalter den Zustand der Männer.

Dolmetscher helfen bei der Kommunikation

Probleme bereite der Kontakt in die Heimat: "Es ist schwer, eine gute Telefonverbindung nach Libyen aufzubauen." Zwei Dolmetscher seien inzwischen engagiert worden.

Außerdem ist ein Arzt aus Libyen an der Versorgung beteiligt, der in der Ammerlandklinik arbeitet, die mit dem Bundeswehrkrankenhaus kooperiert.

Nach Angaben des Libyschen Übergangsrates gibt es allein in Tunesien rund 2000 ernsthaft Verletzte Libyer. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes sollen noch weitere Libyer in Deutschland behandelt werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So viel jünger und attraktiver macht Facelifting

Wer sein Gesicht straffen lässt, will in der Regel jünger und dynamischer aussehen. Das scheint tatsächlich zu klappen. mehr »

Niedrig dosiert starten und langsam erhöhen!

Die neue Gesetzeslage zur Verordnung von Cannabis auf Kassenkosten ist beim Schmerz- und Palliativtag begrüßt worden. Ärzte mit Erfahrung mit Cannabinoiden loben vor allem den Erhalt der Therapiefreiheit. mehr »

Schnelltests - meist ein Fall für die GOÄ

Schnell und medizinisch sinnvoll – aber von gesetzlichen Krankenkassen meist nicht bezahlt: Laborschnelltests liegen im Trend. Für Hausärzte sind sie oft auch eine Selbstzahler-Option. mehr »