Ärzte Zeitung online, 28.10.2011

Deutschland nimmt mehr libysche Verletzte auf

BERLIN (dpa). Deutschland nimmt nach Informationen der "Financial Times Deutschland" mehr libysche Verletzte auf, als zunächst angekündigt.

In den kommenden Wochen sollen mehrere Hundert Kriegsverletzte zur Behandlung nach Deutschland geholt werden, berichtet die Zeitung. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hatte bei einem Besuch in Tripolis vor zwei Wochen die Behandlung von bis zu 150 Verletzten in Deutschland zugesagt.

Eine auf Krankentransporte spezialisierte Firma fliege auf Initiative des Auswärtigen Amtes nun regelmäßig Hilfsbedürftige aus und verteile sie auf ausgesuchte Krankenhäuser, heißt es in dem Bericht.

Drei Ärzteteams wählten in libyschen und tunesischen Kliniken Patienten aus, die für eine Spezialbehandlung infrage kämen.

Bis zu 20 Patienten täglich

"Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten zehn Tagen bis zu 300 Patienten ausgeflogen haben", zitiert das Blatt den Geschäftsführer der Firma. "Unsere Flieger steuern fast täglich mit vier bis 20 Patienten deutsche Städte an."

Unklar sei noch, wie viele Patienten insgesamt ausgeflogen werden sollen. Das richte sich nach dem Bedarf. Feste Zusagen gebe es nicht.

Investition in medizinische Notversorgung

Die Bundesregierung unterstützt Libyen auf Bitten des Nationalen Übergangsrates bei der Versorgung Verletzter und Verwundeter. Der Übergangsrat hat angeboten, sich an der Finanzierung der Behandlung in Deutschland zu beteiligen.

In Libyen hat das Auswärtige Amt medizinische Notversorgung und Ausstattung von Krankenhäusern nach eigenen Angaben bereits mit über 1,2 Millionen Euro finanziert.

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