Ärzte Zeitung online, 01.11.2011

Türkei: Prozess um Alkoholpanscher wird fortgesetzt

ISTANBUL (dpa). Im Prozess wegen der tödlichen Schnapsvergiftung von drei Lübecker Schülern in der Türkei könnte noch am Dienstag ein Urteil fallen.

"Ich kann nicht sagen, ob es ein Urteil gibt. Die Wahrscheinlichkeit ist aber größer geworden", sagte die Rechtsanwältin Deniz Yildrim am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa in Istanbul.

Für den frühen Nachmittag war in Antalya eine neue Verhandlung angesetzt. Eine lange erwartete deutsche Sterbeurkunde, die den Tod des als Zeugen geladenen Lehrers der Schüler belegen soll, sei inzwischen in den Prozessakten.

Bei einer Klassenfahrt im März 2009 hatte die Schülergruppe aus Lübeck im Hotel "Anatolia Beach" in Kemer den gepanschten, tödlichen Alkohol getrunken.

Gestorben nach einer Methanolvergiftung

Die Schüler dachten, es sei Wodka. Ein 21-Jähriger starb nach einer Methanolvergiftung, ein 17- und ein 19-Jähriger fielen ins Koma und starben später in der Uniklinik Lübeck.

Angeklagt sind insgesamt 13 türkische Staatsbürger. Zwei in Untersuchungshaft sitzende Brüder werden als Haupttäter beschuldigt. Ihnen wird vorgeworfen, Schnaps mit hochgiftigem Methylalkohol gepanscht zu haben.

Die Angeklagten stehen seit Anfang vergangenen Jahres vor Gericht. In dem Verfahren hatte der Staatsanwalt zuletzt auf Totschlag plädiert. Mehreren Mitangeklagten wirft er fahrlässige Tötung vor. Für Totschlag sind bis zu 25 Jahre Haft möglich.

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