Ärzte Zeitung, 03.11.2011

Tigergebrüll ähnelt dem Geschrei von Babys

US-Forscher haben Geräusche und Vorgänge im Kehlkopf analysiert - und sind dabei zu bemerkenswerten Ergebnissen gekommen.

CAMBRIDGE (dpa). Tiger und Löwen brüllen wie Babys schreien. Zu diesem Ergebnis kommen US-Forscher im Fachjournal "Plos One" nach Analyse der Geräusche und der Vorgänge im Kehlkopf.

"In mancher Hinsicht sind Löwen eine große Kopie eines schreienden Babys, laut und lärmend, jedoch mit einer sehr tiefen Stimme", erläutert Stimmforscher Ingo Titze von der Uni Utah in einer Mitteilung seiner Hochschule.

Wissenschaftler von der Universität Iowa hatten analysiert, wie Gebrüll und Geschrei entstehen. Die Stimmfalten seien jeweils sehr beweglich, vibrierten unregelmäßig und erzeugten so ein kratziges Schreien.

Stimmlage ist eine andere

Nur die Frequenz unterscheide sich deutlich - und damit die Stimmlage. Schön höre sich weder das Gebrüll noch das Geschrei an.

Einen Unterschied gibt es allerdings beim Grund fürs Krakeelen: Während Babys mit lautem Weinen vor allem Aufmerksamkeit oder Hilfe einfordern, wollen die Tiere Revieransprüche verdeutlichen.

Ihr Gebrüll verdankten die Raubkatzen vor allem der Form ihrer Stimmfalten - sie seien anders als bei den meisten Tieren nicht drei- sondern viereckig. Dadurch reagieren sie sensibler auf den durchziehenden Luftstrom aus der Lunge.

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