Ärzte Zeitung online, 14.11.2011

Arte am Dienstag: Ärztemangel von Paris bis Berlin

BERLIN (dpa). Deutschland und Frankreich unterscheiden viele Dinge, nicht zuletzt die Sprache. Aber beide Länder eint zumindest ein Problem: der Ärztemangel.

Fachmediziner drängen in die Metropolen, vor allen zu den Besserverdienenden. Gleichwohl tut sich auch innerstädtisch an vielen Ecken ein Engpass an Allgemeinmedizinern auf.

Mit zwei Dokumentationen über das Problem und über modellhafte Lösungen will Arte seine Zuschauer am Dienstag (15. November) ab 20:15 Uhr informieren.

Die Reportage "Teamwork am Patienten" führt aufs Land nach Frankreich. Auch dort herrscht noch eine Unterversorgung an Hausärzten.

Ärztehaus in der französischen Provinz

Doch in einer Kleinstadt im Burgund, in Saint Amand, hat der Allgemeinmediziner Michel Serin der Not Einhalt geboten. Er hat im Jahr 2005 das erste "Maison de santé" Frankreichs aufgebaut.

In diesem Ärztehaus haben sich verschiedene Doktoren aus verschiedenen medizinischen Disziplinen zusammengefunden - bis hin zum Physiotherapeuten, zur Hebamme und zur Krankenschwester, so dass eine Rundumbetreuung der Patienten gewährleistet ist.

Im Jahr 2003 platzte Serin der Kragen: Er hatte die alleinige Verantwortung für die Betreuung von 4000 Menschen. Um der dramatischen Situation Herr zu werden, entwickelte der Arzt das Gemeinschaftshaus mit allen medizinischen Ausrichtungen und Pflegeberufen unter einem Dach.

Massenansturm in Marzahner Praxis

Seine Idee machte Schule. Heute gibt es in Frankreich gut 110 solcher Ärztehäuser. Das Modell lasse "sich an die örtlichen Bedürfnisse in Frankreich, Deutschland und ganz Europa anpassen", heißt es von Arte.

Schauplatz Deutschland, Berlin, im anschließenden Beitrag um 21.05 Uhr: "Arzt dringend gesucht" heißt der Bericht und betrifft vor allem Problembezirke wie Neukölln, Treptow oder Marzahn-Hellersdorf.

Lange Schlangen wie bei Wohnungsbesichtigungen reichen ins Treppenhaus, wenn die Ärzte mancherorts ihre Praxen morgens aufmachen.

Patienten müssen in kürzester Zeit diagnostiziert und behandelt werden. Die Ärzte sind müde, machen Überstunden. Nur wenige gerade ausgebildete Studienabgänger wollen in die Problemviertel.

Der Film blickt laut Arte hinter die Kulissen des Ärzte-Alltags und zeigt, dass Arzt längst kein Traumberuf mehr ist.

[16.11.2011, 12:15:33]
Andreas Ploch 
Am eigentlichen Thema vorbei
Die beiden Filme versuchten krampfhaft am bestehenden Ärztemangel in F und D etwas Romatisches herbeizufantasieren. Idealistische Ärzte, die sich selbst aufopfern oder versuchen, neue Wege gehen, um in der staatlich verordneten Gesundheitsmisere ihre Patienten weiter zu behandeln. Im Fall des deutschen Kollegen sogar unter dem Damoklesschwert des ruinösen Regresses.
Die knallharte Wahrheit wurde leider nur angedeutet: Es gibt immer weniger Hausärzte und der Ärztemangel hat die Großstädte längst erreicht. Die Unterversorgung droht nicht nur, sie besteht bereits! Solange aber der Bevölkerung durch solche weichgespülten Filmchen vorgegaukelt wird, dass Dank des selbstlosen Einsatzes von uns Ärzten ja noch (fast) alles in Ordnung ist, wird sich nichts ändern. Die Patienten müssen nicht ins Wartezimmer, sondern mit Protestplakaten gegen das dauerhafte Versagen der Gesundheitspolitik zu tausenden auf die Straße! zum Beitrag »
[16.11.2011, 11:18:46]
Andreas Ploch 
Am eigentlichen Thema vorbei
Die beiden Filme versuchten krampfhaft am bestehenden Ärztemangel in F und D etwas Romatisches herbeizufantasieren. Idealistische Ärzte, die sich selbst aufopfern oder versuchen, neue Wege gehen, um in der staatlich verordneten Gesundheitsmisere ihre Patienten weiter zu behandeln. Im Fall des deutschen Kollegen sogar unter dem Damoklesschwert des ruinösen Regresses.
Die knallharte Wahrheit wurde leider nur angedeutet: Es gibt immer weniger Hausärzte und der Ärztemangel hat die Großstädte längst erreicht. Die Unterversorgung droht nicht nur, sie besteht bereits! Solange aber der Bevölkerung durch solche weichgespülten Filmchen vorgegaukelt wird, dass Dank des selbstlosen Einsatzes von uns Ärzten ja noch (fast) alles in Ordnung ist, wird sich nichts ändern. Die Patienten müssen nicht ins Wartezimmer, sondern mit Protestplakaten gegen das dauerhafte Versagen der Gesundheitspolitik zu tausenden auf die Straße! zum Beitrag »
[16.11.2011, 09:39:55]
Andreas Ploch 
Am eigentlichen Thema vorbei
Die beiden Filme versuchten krampfhaft am bestehenden Ärztemangel in F und D etwas Romatisches herbeizufantasieren. Idealistische Ärzte, die sich selbst aufopfern oder versuchen, neue Wege gehen, um in der staatlich verordneten Gesundheitsmisere ihre Patienten weiter zu behandeln. Im Fall des deutschen Kollegen sogar unter dem Damoklesschwert des ruinösen Regresses.
Die knallharte Wahrheit wurde leider nur angedeutet: Es gibt immer weniger Hausärzte und der Ärztemangel hat die Großstädte längst erreicht. Die Unterversorgung droht nicht nur, sie besteht bereits! Solange aber der Bevölkerung durch solche weichgespülten Filmchen vorgegaukelt wird, dass Dank des selbstlosen Einsatzes von uns Ärzten ja noch (fast) alles in Ordnung ist, wird sich nichts ändern. Die Patienten müssen nicht ins Wartezimmer, sondern mit Protestplakaten gegen das dauerhafte Versagen der Gesundheitspolitik zu tausenden auf die Straße! zum Beitrag »

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