Ärzte Zeitung online, 03.12.2011

Nach Fischsterben steht Kalkschlamm unter Verdacht

Die toten Fische sind aus dem Essener Baldeneysee geborgen und beseitigt. Jetzt führen laut Polizei neue Spuren zu einem Regenrückhaltebecken, aus dem mit Kalk gebundener Schlamm stammen könnte.

DUESSELDORF/ESSEN (dpa). Schlamm aus einem Regenrückhaltebecken könnte die Ursache für das massenhafte Fischsterben im Essener Baldeneysee sein.

Wie ein Polizeisprecher am Sonntag bestätigte, werde nun überprüft, ob von dem Becken im nahen Stadtteil Kupferdreh Schlamm in den See gelangt sein und die Verseuchung verursacht haben könnte.

Die Sprecherin von Straßen.NRW, dem Betreiber des Rückhaltebeckens, sprach am Sonntag von der Möglichkeit, dass dort die Ursache für das Fischsterben liegen könne. Bei Sanierungsarbeiten sei abgelagerter Schlamm mit Kalk gebunden und ausgebaggert worden. Den könnte der Regen der letzten Tage fortgespült haben, so Ingrid Scholtz von Straßen.NRW.

„Kalk erhöht den ph-Wert. Wir lassen Wasserproben untersuchen.“ Schon am Vortag hatte der Ruhrverband bestätigt, dass es sich bei der Substanz um eine Lauge gehandelt habe. Das Fischsterben war am Freitag entdeckt worden. Mehrere tausend tote Fische wurden inzwischen geborgen und beseitigt.

Gefahr für Menschen ausgeschlossen

Der Ruhrverband schloss eine Gefahr für die Menschen in Essen und dem Ruhrgebiet aus, Die Wasserentnahmestelle liege oberhalb der Stelle, wo die Substanz in den See gelangt sei, betonte Sprecher Markus Rüdel. Die nächste Entnahmestelle sei einige Kilometer entfernt.

Das Rückhaltebecken liegt etwa 300 Meter vom See entfernt. Zwar gebe es keinen direkten Zufluss zum Deilbach und damit zum See, sagte Scholtz. Es werde aber überprüft, wohin die Substanz abgeflossen sein könnte. Kräfte des Technischen Hilfswerks hatten am Samstagabend sämtliche Zu- und Abläufe des Beckens vorsorglich abgesperrt.

„Falls der Schlamm aus dem Becken die Quelle ist, haben wir dafür gesorgt, dass jetzt nichts mehr auslaufen kann“, sagte Scholtz. Der Baldeneysee entstand in den 1930er Jahren durch eine Aufstauung der Ruhr. Er ist ein beliebtes Naherholungsgebiet

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