Ärzte Zeitung online, 01.01.2012

Charité plant NS-Mahnmal

BERLIN (ami). Auf dem Gelände des historischen Campus Mitte der Berliner Uniklinik Charité soll ein Gedenkort zur Erinnerung an die Medizin-Verbrechen zur Zeit des Nationalsozialismus entstehen.

Bei der Entwicklung arbeiten Charité und Universität der Künste Berlin (UDK) zusammen.

Nach zweijährigen Vorarbeiten wurde nun eine entsprechende Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Das Vorhaben versteht sich als künstlerisches und wissenschaftliches Projekt.

Ein Fachbeirat aus Mitgliedern des Instituts für Geschichte der Medizin der Charité, des Instituts für Kunst im Kontext der Universität der Künste und des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité unterstützt die Umsetzung.

[02.01.2012, 16:42:24]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Falscher Ort, falsche Zeit, falsche Forderung, Herr Kollege Remmel
Für ein Mahnmal gegen die SED-Diktatur unter Walter Ulbricht und seinem Nachfolger Erich Honecker ist der historische Campus Mitte der Berliner Uniklinik Charité gerade n i c h t geeignet. Im Gegenteil: Dort haben Ärztinnen und Ärzte gegen Widerstände, Mittelknappheit und logistische Probleme ankämpfend von der Nachkriegszeit bis zur Wiedervereinigung Außergewöhnliches geleistet. Krankenversorgung, Lehre und Wissenschaft wurden unter teils desaströsen Bedingungen aufrechterhalten.

Eine Persönlichkeit von wissenschaftlichem und authentischem Format war z. B. Prof. Dr. med. Otto Prokop, ein gebürtiger Österreicher, der 1957 die Berufung als Leiter der Abteilung für Rechtsmedizin an die Ostberliner Charité annahm. Er wechselte damals von der Universität Bonn und leitete das "Institut für gerichtliche Medizin" 30 Jahre lang. Vgl.
http://www.tagesspiegel.de/wissen/nachruf-otto-prokop-wissenschaftler-zwischen-den-fronten/1428160.html

An die Gräueltaten der Nazizeit erinnert in Berlin das Holocaust-Denkmal und die sehr informative Gedenkstätte "Topografie des Terrors". Für die überwiegend gleichgeschalteten Ärzte/-innen, die der Nazi-Ideologie besonders nahe standen, und nicht nur an der Berliner Charité verbrecherisch wirkten, ist ein Gedenkort zur Erinnerung an die Medizin-Verbrechen dieser Zeit angemessen und überfällig. Vgl.
A. Mitscherlich/F. Mielke: "Medizin ohne Menschlichkeit" Frankfurt 1960, Fischer Verlag (Erstveröffentlichung 1949).

Schandtaten des SED-DDR-Regimes unter Zentralkomitee-Parteichef Walter Ulbricht und seines damaligen Politbüro-Strategen für den Mauerbau 1961 bzw. späteren Nachfolgers, Erich Honecker, brauchen andere Orte für ein angemessenes Mahnmal der Erinnerung.
Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[02.01.2012, 13:48:38]
Dr. Edgar Remmel 
Man könnte gleich eins für die Opfer
der Honeckerdiktatur mitplanen zum Beitrag »

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